|
|
| (19 dazwischenliegende Versionen desselben Benutzers werden nicht angezeigt) |
| Zeile 1: |
Zeile 1: |
| = Prüfungsstruktur Hundeerziehung & Verhaltensberatung =
| | #WEITERLEITUNG [[Hundeerzieher/in und Verhaltensberater/in (IHK): Ausbildung und Leistungsnachweise]] |
| | |
| Die praktische Abschlussprüfung gliedert sich in drei Hauptbestandteile:
| |
| | |
| == Prüfungsbestandteil: Kurzvortrag ==
| |
| | |
| Im ersten Teil der praktischen Prüfung wird ein etwa 10-minütiger Kurzvortrag gehalten. Dieser soll ein klar umrissenes Thema aus der Hundeerziehung oder Verhaltensberatung verständlich und strukturiert vermitteln – so, wie es auch gegenüber Kund:innen oder Halter:innen erfolgen würde.
| |
| | |
| === Gliederung des Vortrags ===
| |
| | |
| ==== Einleitung (ca. 2 Minuten) ====
| |
| * '''Begrüßung und Vorstellung des Themas:'''
| |
| : „Guten Tag, mein Name ist …, heute möchte ich Ihnen in zehn Minuten einen kompakten Überblick über '''[Thema]''' geben.“
| |
| * '''Relevanz des Themas:'''
| |
| : Warum ist dieses Thema wichtig oder aktuell?
| |
| : Welchen Nutzen haben Halter:innen oder Trainer:innen davon?
| |
| * '''Ziel und Ablauf des Vortrags:'''
| |
| : „Ich werde Ihnen kurz '''[Aspekt A]''' erklären, danach auf '''[Aspekt B]''' eingehen und zum Schluss '''[Aspekt C]''' zusammenfassen.“
| |
| | |
| ==== Hauptteil (ca. 6 Minuten) ====
| |
| Strukturiert in zwei bis drei logisch aufeinanderfolgende Abschnitte:
| |
| | |
| * '''Kernaussage 1 – Was ist das Thema?'''
| |
| : Definition, zentrale Begriffe, ggf. historischer Kontext
| |
| : '''Beispiel:''' „Beim Halti handelt es sich um ein kopfführendes Führhilfsmittel, das …“
| |
| | |
| * '''Kernaussage 2 – Wie funktioniert es?'''
| |
| : Zentrale Mechanismen, Wirkprinzip, Chancen und Risiken
| |
| : Veranschaulichung durch ein konkretes Beispiel oder einen Vergleich
| |
| : '''Beispiel:''' „Ähnlich wie bei einem Pferdehalfter wird …“
| |
| | |
| * '''Kernaussage 3 (optional) – Bedeutung für die Praxis:'''
| |
| : Typische Einsatzfelder, Nutzen im Alltag, Grenzen
| |
| : Praxisrelevante Beispiele oder Anwendungshinweise
| |
| | |
| ==== Schluss (ca. 2 Minuten) ====
| |
| * '''Zusammenfassung der wichtigsten Punkte:'''
| |
| : „Zusammenfassend lässt sich sagen, dass …“
| |
| * '''Schlussgedanke oder Impuls:'''
| |
| : z. B. praktische Frage an das Publikum, Hinweis auf vertiefende Themen
| |
| : „Vielleicht überlegen Sie beim nächsten Spaziergang …“
| |
| * '''Dank & Einladung zu Fragen:'''
| |
| : „Vielen Dank für Ihre [[Aufmerksamkeit]]. Ich freue mich auf Ihre Fragen.“
| |
| | |
| === Bewertungskriterien ===
| |
| * Verständlichkeit und Struktur
| |
| * Fachliche Korrektheit
| |
| * Adressatengerechte Sprache
| |
| * Einsatz von Beispielen oder Bildern
| |
| * Souveränes Auftreten und Zeitmanagement
| |
| | |
| === Rahmenbedingungen & Zusatzhinweise ===
| |
| * Dauer ca. 10 Minuten, auch kürzere Beiträge sind zulässig
| |
| * [[Hilfsmittel]] wie Karteikarten oder Flipchart können genutzt werden (nicht garantiert)
| |
| * Der Einstieg erfolgt oft über eine praxisnahe Frage („Mein Hund jagt Kaninchen – ist das okay?“)
| |
| * Auch Inhalte, die nicht im offiziellen Bewertungsbogen stehen, können bei guter Begründung Punkte bringen
| |
| * Bewertet werden Inhalt (10 Punkte) und [[Kommunikation]] (10 Punkte) – mind. 10 Punkte zum Bestehen erforderlich
| |
| | |
| ''Tipp: Der Vortrag sollte frei gesprochen sein (nicht abgelesen) und durch eine klare Sprache sowie ruhige [[Körpersprache]] überzeugen.''
| |
| | |
| == Prüfungsbestandteil: Praktischer Teil – Gruppenunterricht ==
| |
| | |
| Im zweiten Teil der Prüfung wird eine Gruppenstunde mit mindestens zwei bis drei Mensch-Hund-Teams durchgeführt. Die Aufgabe orientiert sich an alltagsrelevanten Trainingszielen und wird in der Regel vorgegeben.
| |
| | |
| === Ziel des Prüfungsteils ===
| |
| Geprüft wird die Fähigkeit, eine sinnvolle, sichere und verständliche Gruppenstunde anzuleiten. Dabei sollen die Prüflinge auf verschiedene Mensch-Hund-Teams eingehen und mit typischen Herausforderungen kompetent umgehen können.
| |
| | |
| === Bewertet werden: ===
| |
| * Aufbau und Struktur der Trainingseinheit
| |
| * Klarheit der Anweisungen
| |
| * Anpassung an unterschiedliche Leistungsniveaus
| |
| * Körpersprache, Tonfall und Auftreten
| |
| * Sicherheit im Umgang mit Hunden und Halter:innen
| |
| * Kundenorientierung und empathische Begleitung
| |
| | |
| === Typische Aufgabenbeispiele ===
| |
| * Hund soll auf ein rein akustisches Signal die Position '''[[Sitz]]''' einnehmen und halten
| |
| * '''[[Rückruf]]''' unter Ablenkung (z. B. aus dem [[Spiel]] oder von Futter weg)
| |
| * '''[[Distanzarbeit]]:''' Hund legt sich aus Entfernung ins [[Platz]]
| |
| * '''Handling:''' Hund steckt eigenständig den Kopf durch ein Geschirr oder Halsband
| |
| * '''Verharren bei [[Bewegung]] des Halters:''' Mensch setzt sich neben den liegenden Hund und steht wieder auf
| |
| | |
| === Fehlerquellen aus früheren Prüfungen ===
| |
| * Schnüffelteppich als Pausenstation eingesetzt, jedoch missverstanden als [[Impulskontrollübung]]
| |
| * Pausenstationen wurden außerhalb des Sichtfelds platziert
| |
| * Aufgaben missverstanden oder falsch umgesetzt
| |
| * Halter:innen aus dem Blick verloren – fehlende Anleitung bei [[Unsicherheit]]
| |
| * Keine Anpassung an individuelle Hunde oder Überforderung durch zu hohe Anforderungen
| |
| | |
| === Hinweise aus der Praxis ===
| |
| * Der Gruppenunterricht ist mit 25 Punkten der größte Einzelteil der Prüfung
| |
| * Weitere 15 Punkte werden für Kommunikation mit Halter:innen vergeben – beide zusammen ergeben 40 Punkte, davon sind 20 zum Bestehen erforderlich
| |
| * Ein klarer, ruhiger Unterrichtsfluss, gutes Timing und sicheres Auftreten sind entscheidend
| |
| * Kleine Pausen und ruhige Umorientierungen (statt ständiger Korrektur) werden positiv bewertet
| |
| | |
| ''Tipp: Lieber weniger Aufgaben, dafür sicher vermittelt. Weniger ist mehr – besonders unter Prüfungsstress.''
| |
| | |
| === Ablauf des praktischen Prüfungsteils – Gruppenunterricht ===
| |
| | |
| Ein strukturierter Ablauf ist entscheidend für die Qualität des Gruppenunterrichts in der Prüfung. Er vermittelt Sicherheit, reduziert [[Stress]] bei Halter:innen und Hunden und erleichtert den Prüfer:innen die Bewertung.
| |
| | |
| ==== Vor der Prüfung ====
| |
| * Die Gruppenschulungsaufgabe wird ca. 10 Tage vor dem Prüfungstermin vergeben.
| |
| * Abgabe eines schriftlichen Trainingsplans bis Sonntag vor der Prüfung (0 Uhr).
| |
| * Teilnehmer:innen treffen sich am Prüfungstag meist an der Terrasse (ProDog), Prüfer holen die Gruppen dann nacheinander ab.
| |
| | |
| ==== Aufbau auf dem Platz ====
| |
| * Der Platz wird individuell vorbereitet – Orientierung an Wetter (z. B. Schattenplätze) und Aufgabenstellung.
| |
| * Aufbau erfolgt eigenverantwortlich – Hilfsmittel (Pylonen, Wassernäpfe etc.) möglichst selbst mitbringen.
| |
| | |
| ==== Vorbereitung und Einstieg ====
| |
| * Ausreichender Abstand zwischen Teilnehmenden zur Stressminimierung.
| |
| * Kurze Vorstellungsrunde von Mensch und Hund:
| |
| :: – Name, Hundeverträglichkeit, Menschenverträglichkeit, Anredeform („Du“ oder „Sie“)
| |
| * Hinweis auf § 2 TierSchG: Halter:innen müssen Sachkunde besitzen.
| |
| * Zielklärung der Übung:
| |
| :: – Positiv formulieren („Hund bleibt ruhig bei Reizsichtung“ statt „Hund soll nicht ziehen“)
| |
| :: – Teilziele benennen | |
| :: – Emotionale Bewertung und Bedürfnisse einbeziehen
| |
| * Durchführbarkeit klären:
| |
| :: – [[Gesundheit]], Wetter, Stresslevel, Motivation
| |
| * Praktische Ist-Analyse:
| |
| :: – Jedes Team zeigt die Übung einmal ohne Eingreifen – zur Beobachtung und [[Verhaltensanalyse]]
| |
| | |
| ==== Ergänzende Abfragen vor Beginn ====
| |
| * Verwendetes Lobwort (z. B. „Fein“, „Yes“)
| |
| * Abbruchsignal / „Übung beendet“-Signal
| |
| * Körpersprache, Signalstruktur
| |
| * Verstärkerprofil (Futter, Spiel, Sozialkontakt)
| |
| * Allergien, Futterunverträglichkeiten
| |
| * Optional: Verständnistest zur Signalbedeutung
| |
| | |
| ==== Ablauf der Gruppenübung ====
| |
| * Einstieg mit einfacher Übung (z. B. Aufmerksamkeit, Handtouch)
| |
| * Alle Teams üben möglichst parallel
| |
| * Einzelanweisungen möglichst so geben, dass andere trotzdem beschäftigt bleiben
| |
| * Feedback und individuelle Hinweise gezielt, aber kurz halten
| |
| * Bei Unsicherheiten: lieber noch einmal die Aufgabe wiederholen lassen
| |
| | |
| ===== Strukturierung und Methoden =====
| |
| * '''IST-Stand klären:''' Reagiert der Hund auf Marker? Gibt es körperliche Einschränkungen?
| |
| * '''Timer verwenden:''' Phasen klar definieren (z. B. 2 Min. Übung / 1 Min. Pause)
| |
| * '''Abstände einhalten:''' Sicht- und Handlungsfreiheit für jedes Team
| |
| * '''Start- und Endsignale nutzen:''' Einheitliche Koordination für Gruppenfluss
| |
| * '''Beobachtungsphasen als Lernzeit nutzen:''' Reflexion über andere Teams fördern
| |
| * '''Flexible Flows kombinieren:''' Anpassung an Gruppendynamik, Wetter oder Tagesform
| |
| | |
| ==== Umgang mit heterogenen Trainingsständen ====
| |
| * Teilnahme nach Einzeltermin oder Basiskurs strukturieren
| |
| * Übungskomplexität differenzieren: gleicher Inhalt mit verschiedenen Anforderungen
| |
| * Anfänger:innen starten mit Basics – Fortgeschrittene verfeinern Technik
| |
| * Positiver Umgang mit Unterschieden: kein Leistungsdruck, s*
| |