Bauchspeicheldrüse

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Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) erfüllt beim Hund exokrine Aufgaben in der Verdauung und endokrine Aufgaben im Stoffwechsel. Erkrankungen des Organs können deshalb Verdauung, Nährstoffversorgung und Glukoseregulation beeinflussen und dadurch indirekt auch Belastbarkeit und Verhalten verändern.

Exokrine Funktion

Das exokrine Pankreas bildet Verdauungsenzyme zur Aufspaltung von Proteinen, Fetten und Kohlenhydraten sowie Bicarbonat zur Neutralisation des sauren Mageninhalts im Dünndarm.

Ein Teil proteolytischer Enzyme wird als inaktive Vorstufe gebildet und erst im Darm aktiviert. Die pauschale Aussage, sämtliche Pankreasenzyme würden erst dort aktiviert, ist jedoch zu grob.

Endokrine Funktion

In den Langerhans-Inseln werden unter anderem Insulin und Glukagon gebildet. Sie sind wichtige Bestandteile der Glukose- und Energieregulation. Insulin senkt unter geeigneten Bedingungen die Blutglukosekonzentration, während Glukagon zur Aufrechterhaltung beziehungsweise Anhebung der Blutglukose beitragen kann.

Diese Hormone erklären beobachtetes Verhalten nicht direkt. Belastung und Stress können den Stoffwechsel beeinflussen, daraus folgt aber keine einfache Gleichung zwischen einem einzelnen Hormonwert und Motivation, Lernen oder Aggression.

Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse

Exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI)

Bei der exokrinen Pankreasinsuffizienz (EPI) werden zu wenig Verdauungsenzyme gebildet oder abgegeben. Typisch sind Gewichtsverlust und große Mengen weichen Kots; viele Hunde zeigen gesteigerten Appetit. Die Diagnose erfolgt vor allem über Serum-TLI.[1]

Die Behandlung umfasst meist Pankreasenzymersatz und bei Mangel eine Cobalamin-Supplementierung.[1]

Diabetes mellitus

Störungen der Insulinproduktion oder -wirkung können zu Diabetes mellitus führen. Vermehrtes Trinken und Wasserlassen, Gewichtsveränderungen, Abgeschlagenheit und bei Hunden teils Katarakt sind mögliche Hinweise.

Durch vermehrte Urinproduktion kann es zu Unfällen im Haus kommen. Das ist nicht automatisch ein „Verlust der Stubenreinheit“ als gelerntes Verhalten, sondern kann ein medizinisches Symptom sein. Sehverschlechterungen, etwa durch Katarakt, können Orientierung und Reaktionsverhalten verändern, ohne dass daraus eine bestimmte Verhaltensreaktion zwingend folgt.

Auswirkungen auf Alltag und Verhalten

Störungen der Verdauung oder Glukoseregulation können unter anderem Hunger, Durchfall, Gewichtsverlust, Dehydration, Schwäche oder Unwohlsein verursachen. Solche körperlichen Zustände können Aufmerksamkeit, Belastbarkeit und Reizschwelle beeinflussen; Unsicherheit, Reizbarkeit oder Aggressionsverhalten sind jedoch unspezifisch und dürfen nicht allein einer Pankreas- oder Blutzuckerstörung zugeschrieben werden.

Mangelhafte Nährstoffaufnahme bei EPI kann den Allgemeinzustand beeinträchtigen. Welche weiteren Folgen auftreten, hängt von Ausmaß, Begleiterkrankungen und Behandlung ab.

Bedeutung für Training und Verhaltensberatung

Bei diagnostizierten Stoffwechsel- oder Pankreaserkrankungen sollte das Training an den Gesundheitszustand angepasst werden. Je nach Hund können kürzere oder weniger belastende Einheiten sinnvoll sein. Fütterungs-, Medikamenten- und insbesondere Insulinrhythmen werden nicht durch den Trainingsplan festgelegt, sondern nach tierärztlicher Vorgabe berücksichtigt.

Bei plötzlich veränderter Belastbarkeit, neu auftretenden Unfällen im Haus, deutlichen Appetit- oder Gewichtsveränderungen oder Verhaltensänderungen sollte eine medizinische Ursache mit abgeklärt werden.

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Einzelnachweise

  1. ↑ 1,0 1,1 Merck Veterinary Manual: Exocrine Pancreatic Insufficiency in Dogs and Cats, aktualisiert 2025.