Fuehren und Folgen Hunde natuerlich erziehen

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Überblick

Der Podcast verbindet praktische Trainingsimpulse (Rückruf, Leinenführung, Alltagsregeln, Ruheaufbau) mit Reflexion über menschliche Faktoren wie innere Haltung, Fokus und Handlungsfähigkeit. Wiederkehrend wird betont, dass nicht einzelne Worte oder „Theater“ im Vordergrund stehen, sondern die Art, wie Menschen Situationen führen: ruhig, klar, verbindlich und vorhersehbar.

Ansatz und zentrale Begriffe

Innere Haltung

Als Leitmotiv wird die Wirksamkeit der inneren Haltung der Bezugsperson beschrieben: Entscheidend sei weniger, was gesagt wird, sondern wie jemand innerlich steht und handelt (Sicherheit, Konsequenz, Zuständigkeit).

Sicherheit als Fundament

„Sicherheit“ wird als Basis für Lern- und Entwicklungsfähigkeit dargestellt. Dazu zählen äußere Sicherheit (Schutz und Management in schwierigen Situationen) und innere Sicherheit (Stabilität, Vorhersagbarkeit, verlässliche Bezugsperson). In Alltagssituationen wird Sicherheit unter anderem über klare Regeln, Grenzsetzung und Schutz der Intimsphäre des Hundes (z. B. vor ungefragtem Anfassen) thematisiert.

Bindung und Beziehung

Im Podcast wird zwischen Bindung (emotionale Nähe, Vertrauen, Zuwendung) und Beziehung (soziale Struktur, Verantwortungsübernahme, Rollen- und Entscheidungslogik) unterschieden. Bindung wird als notwendig, aber nicht hinreichend für Alltagstauglichkeit beschrieben; Beziehung umfasst die Frage, wer im Team welche Verantwortung übernimmt.

Handlungsfähigkeit

Ein wiederkehrendes Thema ist, dass „Nicht-Handeln“ (z. B. zu spät eingreifen) unerwünschtes Verhalten stabilisieren kann. Handlungsfähigkeit wird als aktive Beziehungspflege verstanden: Der Hund erlebt, dass die Bezugsperson Situationen löst und Verantwortung übernimmt.

Fokus und Aufmerksamkeit

Der Podcast thematisiert, wie Fokus in Begegnungen und in sozial aufgeladenen Situationen kippen kann (Kommentare, Peinlichkeit, Ärger). Als Trainings- und Beziehungsthema wird beschrieben, beim Hund und bei der Situation zu bleiben und Entscheidungen am Team statt an Außenwirkung auszurichten.

Frustrationstoleranz und Impulskontrolle

Neben formalen Signalen (z. B. Sitz/Platz) wird Frustrationstoleranz als Kernkompetenz für Alltag beschrieben. Dazu gehören Warten können, Begrenzung aushalten, Aufträge bis zur Auflösung einhalten und „nicht dran sein“ lernen.

Reizreduktion („Lass es weg“)

Mehr Aktivität wird nicht grundsätzlich als besser bewertet. Stattdessen wird diskutiert, dass Reizdiäten, Ruhe und weniger Programm häufig Voraussetzung für Lernfähigkeit sein können.

Themenfelder

  • Alltagserziehung und Rahmen: Regeln im Zusammenleben, Auflösung von Aufträgen, verlässliche Routinen.
  • Rückruf und Leinenführung: Orientierung am Menschen, Management in Begegnungen.
  • Stress, Erregung und Regulation: Aufbau von Ruhefähigkeit, Entspannungsroutinen, Einordnung von Geräuschangst (z. B. Silvester).
  • Hund-Hund-Interaktion: Grenzen im Spiel, Überdrehen, Schutz- und Eingriffsentscheidungen.
  • Ressourcen und Konflikte: Umgang mit Futter/Objekten, Prävention und klare Regeln.
  • Körpersprache und Kontext: Warnung vor isolierter Interpretation; Kontext als entscheidender Rahmen für Deutung.
  • Narrative und Projektion: Wie menschliche Geschichten und Etiketten (z. B. „der arme Tierschutzhund“) Handeln beeinflussen.
  • Social Media: Dynamiken von Online-Kritik („Shitstorm“) und Fehlwahrnehmungen bei Hundevideos.

Staffel-Kontext: Matilda

In einer Staffel dient die Hündin Matilda als roter Faden für Beispiele und Reflexionen zu Alltag, Orientierung und Beziehungsgestaltung. Matilda wird als junge Hündin aus dem Tierschutz (Bosnien) beschrieben.

Beispielhafte Motive

Grenzen im Hundekontakt

Anhand von Hundebeispielen wird thematisiert, wie Hunde Grenzen setzen und wie Menschen diese Dynamiken erkennen und angemessen begleiten können.

„Balljunkie“ als Warnbild

Ballspielen wird als potenziell stark selbstbelohnend und erregungssteigernd beschrieben. Das Motiv wird genutzt, um Übererregung und die Verschiebung von Alltagstauglichkeit zugunsten von Erregungsquellen zu diskutieren.

„Leinenknast“ und Kontaktentzug

Der Podcast kritisiert pauschalen sozialen Entzug als alleinige Strategie, wenn Hunde zuvor unstrukturiert zu jedem Kontakt durften und später abrupt eingeschränkt werden. Als Alternative wird ein planvolles, strukturiertes Management von Hundekontakten beschrieben.

Workshops und Seminare

Im Podcast werden ergänzend Präsenzformate angekündigt. Genannt werden unter anderem:

  • Grunderziehung, braver Hund (13./14. September; Ort: Hennstedt-Ulsburg, Nähe Hamburg) mit Schwerpunkt auf Alltagserziehung (Rollenklärung, Orientierung) sowie Themen wie Rückruf und Leinführigkeit.
  • Calm Down (19. Oktober; Ort: Hennstedt-Ulsburg) als Entschleunigungs- und Entspannungsformat. Dabei werden u. a. Stress/Entspannung (Nervensystem, Hormone) sowie unterstützende Routinen wie Massage und die Nutzung von Düften/Ölen thematisiert. Diese Hilfen werden als Unterstützung, nicht als Allheilmittel eingeordnet.
  • Bindung und Beziehung (zweitägig; Termin im Februar genannt).
  • Was brauchst du von mir? (zweitägig; Termin im März genannt; Themen u. a. Teamdynamik, Komfortzone, Konfliktfähigkeit).

Beteiligte Personen und Hunde

  • Tanja – Moderatorin; Hundetrainerin und psychologischer Coach.
  • Carola Pölking – Kollegin/Gast; wird u. a. als Tierkommunikatorin und Energetikerin für Mensch und Tier vorgestellt.
  • Matilda – Beispielhündin.
  • Natz – Rüde; dient als Beispiel für Trainingsentwicklung und „Hundetypen“-Diskussionen.
  • Leni und Summer – Beispielhunde in Erzählsträngen und Vergleichen.

Community

Im Podcast wird auf eine Facebook-Gruppe mit Bezug zum Podcast und zum Thema Mensch-Hund-Beziehung hingewiesen.

Quellen

  • Transkripte der bereitgestellten Zoom-Audio-Mitschnitte (interne Arbeitsgrundlage).