Morbus Addison: Unterschied zwischen den Versionen
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* Training nur eingeschränkt möglich ohne medikamentöse Einstellung | |||
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* Blutbild: veränderte Elektrolyte (↓Na⁺, ↑K⁺), oft milde Anämie | |||
* ACTH-Stimulationstest (→ Goldstandard) | |||
* evtl. Basalcortisol als Screeningtest | |||
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- '''Cortisol''' (z. B. Prednisolon, in Stressphasen höher dosiert) | |||
- '''Aldosteron''' (z. B. Deoxycorticosteron pivalat – DOCP) | |||
* Regelmäßige Blutkontrollen und Anpassung der Dosis | |||
* Stresssituationen (Tierarzt, Training, Reisen) → '''Sofortiger Cortisol-Boost nötig''' | |||
== | == Bedeutung für Verhaltenstherapie == | ||
[[Positive Verstärkung]] | * Addison-Hunde benötigen '''besonders sanftes, stressarmes Training''' | ||
* [[Positive Verstärkung]] und Stressmanagement sind essenziell | |||
* Verhaltenstherapie erst nach Stabilisierung der Grunderkrankung sinnvoll | |||
* Auffälliges Verhalten bei gescheitertem Training kann '''hormonell bedingt''' sein! | |||
== Differentialdiagnosen == | == Differentialdiagnosen == | ||
* [[Cushing-Syndrom|Cushing-Syndrom beim Hund]] | |||
* [[Hypothyreose]] | |||
* Chronischer Stress beim Hund | |||
* Schmerzverhalten | |||
== Siehe auch == | == Siehe auch == | ||
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* [[Stress]] | * [[Stress]] | ||
* [[Verhaltensänderung]] durch Krankheit | * [[Verhaltensänderung]] durch Krankheit | ||
* [[ | * [[Frustrationstoleranz]] | ||
* | * Training bei kranken Hunden | ||
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Aktuelle Version vom 26. August 2026, 20:58 Uhr
Morbus Addison (medizinisch: Hypoadrenokortizismus) ist eine seltene, aber lebensbedrohliche hormonelle Erkrankung, bei der die Nebennierenrinde zu wenig Cortisol und meist auch Aldosteron produziert. Die Erkrankung betrifft häufig junge bis mittelalte Hunde – und ist klinisch und verhaltensmäßig oft schwer erkennbar.
Morbus Addison beim Hund
Ursachen
- Autoimmunzerstörung der Nebennierenrinde (häufigste Form)
- Genetische Disposition (z. B. Pudel, Portugiesischer Wasserhund, Bearded Collie)
- Iatrogen nach plötzlichem Absetzen von Kortikosteroidtherapie
- Tumorbedingte Zerstörung der Nebenniere (seltener)
Hormonelle Folgen
- Mangel an Cortisol – beeinträchtigt Stressbewältigung und Energiehaushalt
- Mangel an Aldosteron – gestörtes Elektrolytgleichgewicht (Natrium ↓, Kalium ↑)
Symptome
Unspezifisch und oft schleichend
- Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust
- Schwäche, Zittern, Muskelzittern
- wiederkehrende Magen-Darm-Probleme (Erbrechen, Durchfall)
- erhöhter oder verminderter Durst/Urinabsatz
- Phasen von Apathie und scheinbar „psychischem Rückzug“
Akut – Addison-Krise
- Kollaps, Bradykardie, Kreislaufschock
- Notfall – lebensbedrohlich!
Verhalten und Training
- deutliche Verminderung der Stressresistenz
- "plötzlicher Rückzug" oder "Kooperationsverweigerung" im Training
- Verhalten kann wechselhaft, "launisch" oder "unerklärlich" wirken
- erhöhte Ängstlichkeit oder Nervosität
- Training nur eingeschränkt möglich ohne medikamentöse Einstellung
Diagnose
- Blutbild: veränderte Elektrolyte (↓Na⁺, ↑K⁺), oft milde Anämie
- ACTH-Stimulationstest (→ Goldstandard)
- evtl. Basalcortisol als Screeningtest
Behandlung
- Lebenslange Substitution von:
- Cortisol (z. B. Prednisolon, in Stressphasen höher dosiert) - Aldosteron (z. B. Deoxycorticosteron pivalat – DOCP)
- Regelmäßige Blutkontrollen und Anpassung der Dosis
- Stresssituationen (Tierarzt, Training, Reisen) → Sofortiger Cortisol-Boost nötig
Bedeutung für Verhaltenstherapie
- Addison-Hunde benötigen besonders sanftes, stressarmes Training
- Positive Verstärkung und Stressmanagement sind essenziell
- Verhaltenstherapie erst nach Stabilisierung der Grunderkrankung sinnvoll
- Auffälliges Verhalten bei gescheitertem Training kann hormonell bedingt sein!
Differentialdiagnosen
- Cushing-Syndrom beim Hund
- Hypothyreose
- Chronischer Stress beim Hund
- Schmerzverhalten
Siehe auch
- Cortisol
- Stress
- Verhaltensänderung durch Krankheit
- Frustrationstoleranz
- Training bei kranken Hunden
