Psychische Erkrankungen
Bei Hunden gibt es verhaltensmedizinische Störungen und neurologische Erkrankungen, die Verhalten, Emotionen und Kognition beeinflussen können. Menschliche Diagnosen dürfen jedoch nicht automatisch auf Hunde übertragen werden. Die Einordnung erfolgt veterinärmedizinisch anhand von Verhalten, Verlauf, körperlicher Untersuchung und Differentialdiagnosen.
Verhaltensmedizinische Störungen
In der tierärztlichen Verhaltensmedizin werden unter anderem Angst- und Furchtprobleme, Trennungsprobleme, zwanghaft wirkende repetitive Verhaltensweisen und altersabhängige kognitive Dysfunktion beschrieben. Begriffe aus der Humanpsychiatrie können als Vergleich oder Forschungsmodell dienen, sind aber nicht automatisch identische Diagnosen beim Hund.
Diagnostik
Verhalten ist unspezifisch. Schmerzen, Sinnesverlust, endokrine oder neurologische Erkrankungen und andere körperliche Ursachen können ähnliche Veränderungen hervorrufen. Eine verhaltensmedizinische Beurteilung verbindet daher Anamnese und Verhaltensbeobachtung mit einer tierärztlichen Abklärung, wenn eine medizinische Ursache möglich ist.
Autismus und andere Human-Diagnosen
Für eine routinemäßige Diagnose einer Autismus-Spektrum-Störung beim Haushund gibt es keine etablierte, allgemein anerkannte klinische Diagnostik. Experimentelle Hundemodelle, beispielsweise genetisch veränderte SHANK3-Hunde, werden in der Forschung genutzt, sind aber kein Beleg dafür, dass auffälliges Verhalten eines Haushundes als menschliche Autismusdiagnose einzuordnen ist.
Kognitive Dysfunktion
Das canine kognitive Dysfunktionssyndrom ist eine altersassoziierte neurodegenerative Erkrankung. Die Diagnose erfolgt klinisch und unter Ausschluss beziehungsweise Bewertung anderer Ursachen, die ähnliche Veränderungen erzeugen können.
Quellen
- Vitturini et al. (2025): Diagnosis of Canine Cognitive Dysfunction Syndrome.
- Olby et al. (2025): Canine Cognitive Dysfunction Syndrome Working Group statement.
Siehe auch
- Verhalten
- Kognitive Dysfunktion
- Gesundheit
