Normalwerte beim Hund
Normalwerte beim Hund sind Orientierungsbereiche für klinische Parameter bei ruhenden, gesunden Hunden. Sie ersetzen keine Untersuchung: Alter, Körpergröße, Aufregung, Schmerz, Umgebungstemperatur, körperliche Belastung und Erkrankungen können die Messwerte deutlich verändern.
Orientierungswerte
Das Merck Veterinary Manual nennt für Hunde folgende allgemeine Bereiche:[1]
| Parameter | Orientierungsbereich |
|---|---|
| Körpertemperatur | 38,3–39,2 °C |
| Herzfrequenz | 70–120 Schläge/min; kleine Hunde können höhere Frequenzen zeigen als große |
| Atemfrequenz in Ruhe | 18–34 Atemzüge/min |
Ein einzelner Wert knapp außerhalb eines Bereichs ist nicht automatisch krankhaft. Umgekehrt kann ein Tier trotz scheinbar „normaler“ Zahl schwer erkrankt sein.
Schleimhäute und kapilläre Rückfüllzeit
Rosafarbene Schleimhäute und eine kapilläre Rückfüllzeit von etwa 1–2 Sekunden sprechen bei der Triage für eine normale periphere Perfusion. Blasse/weiße, zyanotische oder schlammig-graue Schleimhäute sowie eine Rückfüllzeit über 2 Sekunden können auf relevante Störungen hinweisen und müssen im Gesamtzustand beurteilt werden.[2]
Grenzen von Selbstmessungen
Hautturgor, Schleimhautfarbe, Puls und Atemfrequenz sind nur Teile einer Beurteilung. Beispielsweise kann der Hautturgor bei sehr jungen, alten oder stark abgemagerten Tieren die Hydration irreführend abbilden. Bei auffälligem Allgemeinzustand hat die schnelle tierärztliche Abklärung Vorrang vor dem Versuch, alle Werte selbst vollständig zu messen.
