Nicht-reproduktives Sexual- und Aufreitverhalten beim Hund

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Nicht-reproduktives Sexual- und Aufreitverhalten umfasst Aufreiten, Beckenbewegungen und verwandte Verhaltensweisen, die außerhalb einer Fortpflanzungssituation auftreten. Der ältere Ausdruck „soziale Sodomie“ ist missverständlich und wird hier nicht als fachlicher Hauptbegriff verwendet.

Mögliche Kontexte

Aufreiten kann in unterschiedlichen Situationen auftreten: bei sexueller Motivation, Spiel, hoher Erregung, Stress, Konflikten oder als erlerntes Verhalten. Aus der Bewegung allein lässt sich die Funktion nicht sicher bestimmen.

Keine automatische Dominanzdiagnose

Aufreiten ist kein zuverlässiger Einzelindikator für „Dominanz“ oder Rangstatus. Ebenso sollte ihm nicht pauschal eine Funktion wie Bindungsstabilisierung, Versöhnung oder Konfliktprävention zugeschrieben werden, wenn der konkrete Kontext das nicht trägt.

Wann eingreifen?

Eingreifen ist sinnvoll, wenn ein anderer Hund bedrängt wird, Konflikte entstehen, das Verhalten sehr häufig oder zwanghaft wirkt oder körperliche Ursachen möglich sind. Management, Unterbrechung und Alternativverhalten sollten ruhig und ohne moralische Bewertung erfolgen.

Medizinische Abklärung

Bei plötzlich neuem, sehr häufigem oder mit Genitalveränderungen, Schmerz oder anderen körperlichen Symptomen verbundenem Verhalten ist eine tierärztliche Abklärung sinnvoll.

Quellen

  • Overall, K.L. (2013): Manual of Clinical Behavioral Medicine for Dogs and Cats. Elsevier.

Siehe auch