Inseltraining
Kurzbeschreibung
Inseltraining bezeichnet das Etablieren eines eindeutigen Ruhe-Orts (meist eine Decke), auf dem der Hund Selbstregulation, Entspannung und Regeneration lernt.
Ziel
Der Hund lernt, in Anwesenheit des Menschen (und später bei Distanz/Ablenkung) innerlich und äußerlich herunterzufahren, ohne aktiv „abgeholt“ oder beschäftigt zu werden.
Grundsetup
- feste Decke (optische Zuordnung)
- ruhige, gelassene Präsenz der Bezugsperson
- zu Beginn gleicher Ablauf (Planungssicherheit)
- Training in reizarmer Umgebung und zu einem Zeitpunkt, zu dem der Hund eher runterfährt (z. B. abends nach dem Spaziergang)
Tabus auf der Insel
Auf der Insel gilt: nicht anschauen, nicht ansprechen, nicht anfassen, nicht füttern. Die Insel steht ausschließlich für Ruhe und Entspannung.
Signaleinsatz „Insel“
Das Wort „Insel“ wird ruhig und begleitend genutzt, wenn der Hund selbstständig zur Decke zurückkehrt und sichtbar in Entspannung kommt (z. B. hörbares Ausatmen, weicher Blick, Kopf ablegen, ruhige Atmung). Später kann es – nach ausreichend stabilen Wiederholungen – auch als Startsignal dienen.
Durchführung (Progression)
- Start in sicherer, reizarmer Umgebung.
- Mensch wird ruhig (Blick weich/in die Ferne, Atmung ruhiger). Der Hund darf runterfahren.
- Distanzaufbau: Wenn der Hund stabil entspannen kann, Distanz in kleinen Schritten erhöhen.
- Ablenkung dosieren: Erst wenn Distanz stabil ist, sehr leichte Reize in Distanz hinzufügen (niedrige Intensität).
- Transfer: Erst nach stabilen Inneneinheiten an ausgewählten Orten draußen üben.
Entspannungsmarker
Typische Marker für Entspannung:
- weicher Blick, entspannte Gesichtsmuskulatur
- ruhige Ohrenhaltung
- ruhiger/flacher Atem, hörbares Ausatmen/Seufzen
- Kopf ablegen, lockere Muskulatur
- ruhige Rute
Abholen von der Insel
Ruhig zur Insel treten, ohne den Hund hochzufahren. Erst bei abwartender, ruhiger Haltung den Hund mit freundlicher Körpersprache aus der Insel führen.
Typische Fehler
- Start am falschen Ort/Timing (hohe Erwartung/Erregung).
- zu schnelles Auflösen (keine echte Entspannung entsteht).
- zu viel Einwirkung/„Bespaßen“ (Bedeutung der Insel verwässert).
- eigene innere Unruhe (Co-Regulation funktioniert schlechter).
