AVE-Prinzip (Angepasste Verhaltensentwicklung)
Das AVE-Prinzip (Angepasste Verhaltensentwicklung) ist ein von der Tierärztin Dr. Viviane Theby beziehungsweise der Tierakademie Scheuerhof verwendeter Ansatz zur Begleitung von Mensch-Hund-Teams. Im Mittelpunkt stehen eine Bestandsaufnahme der individuellen Ausgangssituation, Entwicklungsziele sowie Themen wie Stress, Regulation, Co-Regulation und Beziehung.[1]
Einordnung
Das AVE-Prinzip ist als benannter Praxisansatz einzuordnen. Es ist kein allgemein etablierter Fachbegriff der Lern- oder Verhaltenswissenschaft und sollte nicht mit evidenzbasierten Standardverfahren wie positiver Verstärkung, Desensibilisierung oder Gegenkonditionierung gleichgesetzt werden.
Einzelne Bestandteile des Ansatzes – etwa die Berücksichtigung von Stress, individuellen Unterschieden, körperlichen Einflussfaktoren oder schrittweiser Entwicklung – überschneiden sich mit allgemeineren Konzepten aus Verhaltensmedizin und Training. Daraus folgt jedoch nicht, dass das AVE-Gesamtmodell als eigenständiges wissenschaftliches Verfahren validiert ist.
Kerngedanken des Ansatzes
Nach der Selbstdarstellung des AVE-Konzepts gehören dazu unter anderem:
- Beschreibung der aktuellen Situation des Mensch-Hund-Teams;
- Formulierung eines gewünschten Zielzustands und möglicher Zwischenschritte;
- Berücksichtigung individueller Voraussetzungen des Hundes und des Menschen;
- Betrachtung von Stress, Regulation und Beziehung;
- Anpassung des Vorgehens an die beobachtete Entwicklung.
Bedeutung für die Praxis
AVE kann als Rahmen für Beobachtung und Fallstrukturierung genutzt werden. Fachliche Aussagen innerhalb dieses Rahmens müssen trotzdem jeweils danach beurteilt werden, ob sie durch Verhaltenswissenschaft, Veterinärmedizin oder belastbare Studien gestützt sind.
Literatur und Quellen
- ↑ Viviane Theby / Tierakademie Scheuerhof: Stressfrei im Hundealltag und begleitende Darstellung des AVE-Prinzips, abgerufen 2026-08-16. Die Anbieterin beschreibt den Ansatz als aus langjähriger praktischer Erfahrung entwickeltes Vorgehen und das Buch ausdrücklich nicht als wissenschaftliche Abhandlung.
