Problemverhalten

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Der Begriff Problemverhalten bezeichnet Verhalten, das im jeweiligen Lebenskontext als belastend, riskant oder unvereinbar mit den Anforderungen von Hund und Umfeld erlebt wird. Er ist keine medizinische Diagnose und keine Charaktereigenschaft des Hundes.

Warum der Kontext wichtig ist

Dass ein Verhalten zum Problem wird, hängt nicht nur von seiner Form ab. Relevant sind beispielsweise:

  • Häufigkeit und Intensität;
  • Gefährdungspotenzial;
  • Auslöser und Vorhersagbarkeit;
  • körperliche Gesundheit;
  • Umwelt- und Haltungsbedingungen;
  • Bedürfnisse von Hund und Menschen;
  • Lerngeschichte;
  • vorhandene Managementmöglichkeiten.

Bellen, Jagen, Knurren oder Anspringen können zum normalen Verhaltensrepertoire gehören und trotzdem in bestimmten Situationen erhebliche Probleme verursachen.

Analyse statt Etikett

Statt „der Hund ist problematisch“ sollte möglichst konkret beschrieben werden:

  • Was tut der Hund beobachtbar?
  • Wann tritt es auf?
  • Was geschieht unmittelbar vorher?
  • Welche Konsequenzen folgen?
  • Welche körperlichen oder emotionalen Faktoren könnten beteiligt sein?
  • Welche Risiken bestehen?

Die ABC-Analyse kann dafür ein Baustein sein.

Drei Arbeitsbereiche im Wiki

Das Thema ist in drei vertiefende Bereiche gegliedert:

Medizinische Ursachen

Neue oder deutliche Verhaltensänderungen können mit Schmerz, neurologischen, hormonellen oder anderen gesundheitlichen Veränderungen zusammenhängen. Verhaltenstraining ersetzt keine tierärztliche Abklärung, wenn medizinische Ursachen plausibel sind.

Sicherheit

Bei Beißvorfällen, schwerem Aggressionsverhalten, ausgeprägter Fluchtgefahr oder anderen erheblichen Risiken hat Sicherheitsmanagement Vorrang vor Trainingsfortschritt.

Ziel der Beratung

Ziel ist nicht zwangsläufig, jedes unerwünschte Verhalten vollständig zu eliminieren. Sinnvolle Ziele können sein:

  • Risiko reduzieren;
  • Auslöser besser kontrollieren;
  • alternative Verhaltensweisen aufbauen;
  • Bedürfnisse und Umweltbedingungen anpassen;
  • Belastung für Hund und Menschen verringern;
  • realistische Grenzen erkennen.

Siehe auch