Habituation und Sensitivierung in der Hundeerziehung
Habituation und Sensitivierung sind Formen des nicht-assoziativen Lernens, die für die Reaktion eines Hundes auf wiederholt auftretende Umweltreize relevant sind. Während bei Habituation die Reaktion auf einen wiederholt folgenlosen Reiz abnimmt, beschreibt Sensitivierung eine zunehmende Reaktionsbereitschaft. Eine erneute Reaktion auf einen bereits habituierten Reiz wird als Dishabituation eingeordnet.
Bedeutung für die Hundeerziehung
Für die praktische Arbeit ist entscheidend, nicht jede wiederholte Reizbegegnung automatisch als Gewöhnung zu betrachten. Wird ein Reiz als zu intensiv oder bedrohlich erlebt, kann die Reaktion statt abzunehmen stärker werden.
Beispiele aus dem bisherigen Artikel sind wiederholt auftretende Alltagsgeräusche oder Umweltreize. Bei geeigneter Reizintensität kann die Reaktion mit der Zeit abnehmen; wiederholte unangenehme Erfahrungen können dagegen eine Sensitivierung begünstigen.
Praktische Anwendung
- neue Umweltreize in einer Intensität anbieten, die der Hund verarbeiten kann;
- Reizintensität und Dauer schrittweise anpassen;
- bei zunehmender Reaktion die Situation nicht als erfolgreiche Habituation bewerten;
- Überforderung vermeiden und den Trainingsaufbau an die Reaktion des einzelnen Hundes anpassen;
- bei bereits stark ausgeprägten Reaktionen gezielte Verfahren wie Desensibilisierung und Gegenkonditionierung getrennt prüfen.
Abgrenzung
Die vollständigen Definitionen und Mechanismen werden an den kanonischen Wissensorten gepflegt:
