Reaktivität
Als Reaktivität wird in der Hundepraxis häufig eine schnelle oder intensive Verhaltensreaktion auf bestimmte Auslöser bezeichnet. Der Begriff ist weit verbreitet, aber wissenschaftlich und praktisch nicht einheitlich definiert; er ist deshalb eher eine Beschreibung als eine Diagnose.[1]
Erscheinungsformen und Ursachen
Möglich sind unter anderem Bellen, Ziehen, Anspringen, Rückzug, Erstarren oder Fixieren. Die gleiche äußere Reaktion kann unterschiedliche Funktionen haben. Angst, Frustration, Jagdmotivation, soziale Erregung, Schmerz oder Lernerfahrung müssen deshalb getrennt geprüft werden.
Reizschwelle und Kontext
Die Reizschwelle ist nicht unveränderlich. Distanz, Dauer, Müdigkeit, Vorerfahrung, körperlicher Zustand und weitere Reize beeinflussen die Situation.
Beratung und Training
Sinnvoll sind genaue Verhaltensbeschreibung, Sicherheits- und Managementmaßnahmen, medizinische Abklärung bei plötzlichen Veränderungen und je nach Fall Desensibilisierung, Gegenkonditionierung oder Training geeigneter Alternativverhalten.
Einzelnachweise
- ↑ Stephens-Lewis D et al. (2022): Understanding Canine Reactivity: The Canine Reactive Behaviour Scale. Journal of Applied Animal Welfare Science. PMID 36420968. doi:10.1080/10888705.2022.2147007.
