Löschungsresistenz

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Die Löschungsresistenz beschreibt, wie lange beziehungsweise wie stabil ein gelerntes Verhalten weiter auftritt, wenn die bisherige Verstärkung ausbleibt. Sie ist kein eigenständiges Qualitätsmerkmal eines Trainings und sollte nicht mit allgemeiner „Zuverlässigkeit“ gleichgesetzt werden.

Bedeutung

Ein Verhalten kann trotz ausbleibender Verstärkung zunächst weiter auftreten. Wie schnell es unter Extinktionsbedingungen abnimmt, hängt von mehreren Faktoren ab, darunter Lerngeschichte, Verstärkerplan, Kontext und Art der Aufgabe.

Für Alltagssignale wie Rückruf, Stopp oder Bleib ist nicht maximale Löschungsresistenz das alleinige Ziel. Wichtiger sind zuverlässige Signalkontrolle, Generalisierung, passende Verstärker und ein Training, das auch unter realistischen Bedingungen funktioniert.

Einflussfaktoren

Mögliche Einflussfaktoren sind:

  • Art und Geschichte des Verstärkerplans;
  • Dauer des bisherigen Trainings;
  • Wert und Verfügbarkeit der Verstärker;
  • Kontext und konkurrierende Konsequenzen;
  • Qualität der Signalkontrolle;
  • individuelle Lerngeschichte.

Intermittierende Verstärkung

In vielen instrumentellen Laborparadigmen zeigt sich der Partial-Reinforcement-Extinction-Effekt: Verhalten, das während des Erwerbs nur teilweise verstärkt wurde, kann während späterer Extinktion länger bestehen als zuvor kontinuierlich verstärktes Verhalten. Dieser Effekt ist jedoch von Versuchsbedingungen abhängig und keine einfache Regel „variabel belohnen = immer stabiler“.

Beispiele

  • Ein Verhalten, das in vielen unterschiedlichen Situationen zuverlässig verstärkt wurde, kann auch bei einzelnen ausbleibenden Verstärkern weiter gezeigt werden.
  • Ein Verhalten, das nur unter sehr engen Bedingungen gelernt wurde, kann außerhalb dieses Kontextes ausfallen, obwohl seine „Löschungsresistenz“ im Trainingssetting hoch wirkt.

Damit ist zwischen Extinktionsresistenz und Generalisierung zu unterscheiden.

Trainingstipps

  • Neues Verhalten zunächst mit ausreichend dichter und verständlicher Verstärkung aufbauen.
  • Verstärkung erst dann variabler gestalten, wenn das Verhalten sicher verstanden und abrufbar ist.
  • Besonders wichtige Signale weiterhin gelegentlich hochwertig verstärken, statt Verstärkung systematisch „wegzutrainieren“.
  • Verhalten in unterschiedlichen realistischen Kontexten üben.
  • Bei Leistungseinbruch zuerst Motivation, Verständlichkeit, Gesundheit und Umwelt prüfen.

Zusammenhang mit Extinktion

Auch hoch löschungsresistentes Verhalten kann unter Extinktionsbedingungen abnehmen. Umgekehrt kann extinguierte Reaktion später durch Spontanerholung, Renewal oder Wiederaneignung erneut auftreten. Deshalb beschreibt Löschungsresistenz nur einen Teil der Verhaltenserhaltung.[1]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. ↑ Bouton ME et al. (2012): Relapse processes after the extinction of instrumental learning: Renewal, resurgence, and reacquisition. Behavioural Processes 90:130–141. PMID 22450305.