Diskrimination
Diskrimination bezeichnet einen Lernprozess, bei dem ein Hund auf unterschiedliche Reize oder Reizkonstellationen unterschiedlich reagiert. Im Training ist das wichtig, wenn ein Verhalten auf ein bestimmtes Signal gezeigt werden soll, aber nicht auf ähnliche Wörter, Bewegungen oder Situationen.
Grundprinzip
Durch Lernerfahrung werden bestimmte Unterschiede verhaltensrelevant. Beispiele sind die Unterscheidung von „Sitz“ und „Platz“, zwei Handzeichen oder verschiedenen Gerüchen.
Hunde können solche Unterscheidungen leichter erwerben, wenn die relevanten Reize anfangs deutlich voneinander unterscheidbar sind. Werden Reize zu früh sehr ähnlich gewählt, können mehr Fehler auftreten; das ist zunächst ein Hinweis darauf, dass die aktuelle Aufgabe noch nicht zuverlässig diskriminiert wird und nicht automatisch ein Zeichen von „Ungehorsam“.
Trainingsmethoden und Übungen
Mögliche Trainingsbausteine sind:
- zunächst klar unterscheidbare Signale, Gegenstände, Gerüche oder Situationen verwenden;
- mit Reizpaaren arbeiten, bei denen beispielsweise eine Reizkonstellation zu einer Verstärkung führt und eine andere nicht;
- die Ähnlichkeit der Reize erst schrittweise erhöhen;
- präzise festlegen, welches Verhalten unter welcher Bedingung verstärkt wird;
- Fehlerquoten beobachten und die Aufgabe bei Bedarf wieder vereinfachen;
- unbeabsichtigte Hilfen wie Körperhaltung, Futterhand, Ort oder feste Trainingsroutinen mitbeobachten.
Ein Markersignal oder Markerwort kann den korrekten Moment kennzeichnen und dadurch das Training präzisieren. Es ist jedoch keine Voraussetzung dafür, dass Diskriminationslernen stattfindet.
Diskrimination und Signalkontrolle
Eine gute Signalkontrolle benötigt Diskrimination. Das praktische Ziel kann beispielsweise sein, dass ein Hund „Sitz“ auf das dafür aufgebaute Signal zeigt, ähnliche Wörter oder andere irrelevante Reize aber nicht mit derselben Reaktion beantwortet.
Dabei muss berücksichtigt werden, dass Verhalten nie nur durch das bewusst gewählte Wortsignal kontrolliert werden muss. Auch Körperhaltung, Blickrichtung, Umgebung oder die sichtbare Belohnung können Teil der wirksamen Reizkonstellation werden.
Training in unterschiedlichen Kontexten
Diskrimination und Kontextlernen hängen zusammen. Eine Übung kann zunächst in einer übersichtlichen Situation aufgebaut und später in verschiedenen Kontexten und andere Umgebungen übertragen werden. Dabei soll der Hund einerseits relevante Signale weiterhin unterscheiden und andererseits gegenüber unwichtigen Kontextänderungen generalisieren.
Verhältnis zur Generalisierung
Generalisierung und Diskrimination ergänzen sich. Ein Signal soll gegenüber unwichtigen Veränderungen möglichst zuverlässig funktionieren und zugleich von anderen Signalen oder Bedingungen unterschieden werden.
