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| '''Schmerztherapie''' beim Hund umfasst die systematische Erkennung, Behandlung und erneute Beurteilung von [[Schmerz|Schmerzen]]. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt unter anderem von Ursache, Dauer und Stärke des Schmerzes sowie von Begleiterkrankungen und dem individuellen Patienten ab. In der Veterinärmedizin wird deshalb ein '''multimodaler''' Ansatz empfohlen, bei dem geeignete pharmakologische und nichtmedikamentöse Maßnahmen kombiniert und regelmäßig überprüft werden.<ref name="AAHA2022">Epstein ME et al. (2022): 2022 AAHA Pain [[Management]] Guidelines for Dogs and Cats. ''Journal of the American Animal Hospital Association'' 58:55–76. DOI: 10.5326/JAAHA-MS-7292. [https://www.aaha.org/resources/2022-aaha-pain-management-guidelines-for-dogs-and-cats/ AAHA-Leitlinie]</ref><ref name="WSAVA-Pain">WSAVA: Global Guidelines for the Recognition, Assessment and Treatment of Pain. [https://wsava.org/global-guidelines/pain-guidelines/ WSAVA Pain Guidelines]</ref> | | '''Schmerztherapie''' beim Hund umfasst die tiermedizinische Behandlung akuter und chronischer Schmerzen. Moderne Leitlinien empfehlen eine individuelle, häufig multimodale Strategie aus Schmerzerfassung, Behandlung, Verlaufskontrolle und Anpassung des Therapieplans.<ref name="AAHAPain2022">Gruen ME et al. (2022): ''2022 AAHA Pain Management Guidelines for Dogs and Cats.'' Journal of the American Animal Hospital Association 58:55–76. doi:10.5326/JAAHA-MS-7292.</ref> |
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| == Schmerz erkennen und beurteilen == | | == Grundprinzipien == |
| | * Schmerzursache soweit möglich diagnostizieren und behandeln. |
| | * Akuten und chronischen Schmerz unterscheiden. |
| | * Wirkung und Nebenwirkungen regelmäßig neu bewerten. |
| | * Medikamentöse und nichtmedikamentöse Maßnahmen passend kombinieren. |
| | * Funktionsfähigkeit und Lebensqualität berücksichtigen. |
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| Vor der Therapie steht eine möglichst nachvollziehbare [[Schmerz|Schmerzbeurteilung]]. Dabei werden [[Verhalten]], [[Bewegung als Verhaltenstopographie|Bewegung]], klinischer Kontext und – je nach Situation – validierte Schmerzskalen berücksichtigt. Besonders bei chronischen Schmerzen sind Verlaufskontrollen wichtig, weil Wirkung und Nebenwirkungen einer Therapie individuell unterschiedlich ausfallen können.<ref name="AAHA2022" />
| | == Teilbereiche im Wiki == |
| | | * [[Medikamentöse Schmerztherapie]] |
| == Medikamentöse Schmerztherapie == | | * [[Nahrungsergänzungsmittel zur Schmerztherapie]] |
| | | * [[Schmerz]] |
| Zu den in der Veterinärmedizin eingesetzten Wirkstoffgruppen gehören – abhängig von Schmerzart und Patient – unter anderem:
| | * [[Chronischer Arthroseschmerz und Veränderungen der Mensch-Hund-Beziehung]] |
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| * '''Nichtsteroidale Antiphlogistika (NSAIDs)''' als wichtige Option insbesondere bei vielen chronisch-entzündlichen und muskuloskelettalen Schmerzzuständen;
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| * '''Opioide''' vor allem bei akuten bzw. perioperativen starken Schmerzen;
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| * '''Lokalanästhetika''' im perioperativen und regionalen Schmerzmanagement;
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| * weitere Wirkstoffe oder Wirkstoffklassen für ausgewählte Indikationen, etwa bei neuropathischen oder chronischen Schmerzen; | |
| * '''Anti-NGF-monoklonale Antikörper''' als gezielte Therapieoption bei bestimmten osteoarthritischen Schmerzzuständen.
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| Auswahl, Kombination, Dosierung und Überwachung gehören in tierärztliche Hand. Die Eignung einzelner Medikamente hängt unter anderem von Organfunktion, Begleitmedikation, Schmerzursache und Behandlungsdauer ab. Auch wirksame Schmerzmittel können relevante Nebenwirkungen oder Kontraindikationen haben.<ref name="AAHA2022" />
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| == Nichtmedikamentöse Maßnahmen ==
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| Bei chronischen Schmerzen können je nach Ursache unter anderem Gewichtsmanagement, angepasste Bewegung, [[Rehabilitation]]/Physiotherapie, Umweltanpassungen und ausgewählte physikalische Verfahren Bestandteil eines multimodalen Plans sein. Die Evidenz ist nicht für alle angebotenen Verfahren gleich stark; Maßnahmen sollten deshalb nicht als gleichwertige Alternativen zu wirksamer Analgesie dargestellt werden.<ref name="AAHA2022" />
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| Für ernährungsbezogene Ergänzungen siehe [[Nahrungsergänzungsmittel zur Schmerztherapie]].
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| == Verlaufskontrolle ==
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| Schmerztherapie ist kein einmaliger Schritt. Reaktion auf die Behandlung, Funktionsfähigkeit, Lebensqualität und mögliche Nebenwirkungen sollten wiederholt beurteilt werden. Wenn die Wirkung unzureichend ist oder neue Auffälligkeiten auftreten, muss der Behandlungsplan angepasst werden.<ref name="AAHA2022" />
| | == Training und Alltag == |
| | | Verhaltensänderungen können Hinweise auf Schmerz sein. Training kann Belastung und Handling anpassen, ersetzt aber keine Analgesie oder medizinische Behandlung. Bei schmerzhaften Erkrankungen sollten Bewegungsanforderungen und Trainingsziele mit der tiermedizinischen Behandlung abgestimmt werden. |
| == Siehe auch ==
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| * [[Schmerz]]
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| * [[Schmerzverarbeitung]]
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| * [[Nahrungsergänzungsmittel zur Schmerztherapie]]
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| == Einzelnachweise == | | == Einzelnachweise == |
Schmerztherapie beim Hund umfasst die tiermedizinische Behandlung akuter und chronischer Schmerzen. Moderne Leitlinien empfehlen eine individuelle, häufig multimodale Strategie aus Schmerzerfassung, Behandlung, Verlaufskontrolle und Anpassung des Therapieplans.[1]
Grundprinzipien
- Schmerzursache soweit möglich diagnostizieren und behandeln.
- Akuten und chronischen Schmerz unterscheiden.
- Wirkung und Nebenwirkungen regelmäßig neu bewerten.
- Medikamentöse und nichtmedikamentöse Maßnahmen passend kombinieren.
- Funktionsfähigkeit und Lebensqualität berücksichtigen.
Teilbereiche im Wiki
Training und Alltag
Verhaltensänderungen können Hinweise auf Schmerz sein. Training kann Belastung und Handling anpassen, ersetzt aber keine Analgesie oder medizinische Behandlung. Bei schmerzhaften Erkrankungen sollten Bewegungsanforderungen und Trainingsziele mit der tiermedizinischen Behandlung abgestimmt werden.
Einzelnachweise
- ↑ Gruen ME et al. (2022): 2022 AAHA Pain Management Guidelines for Dogs and Cats. Journal of the American Animal Hospital Association 58:55–76. doi:10.5326/JAAHA-MS-7292.