Anaplasmose: Unterschied zwischen den Versionen
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* Antibiotikum der Wahl: | * Antibiotikum der Wahl: Doxycyclin (Behandlungsdauer mind. 2–4 Wochen) | ||
* Unterstützend: Schmerzmittel, Infusionstherapie, ggf. Magenschutz | * Unterstützend: Schmerzmittel, Infusionstherapie, ggf. Magenschutz | ||
* Prognose gut bei frühzeitiger Behandlung – unbehandelt kann es zu chronischer Entzündung kommen | * Prognose gut bei frühzeitiger Behandlung – unbehandelt kann es zu chronischer Entzündung kommen | ||
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* Tägliche Zeckenkontrolle – besonders an Ohren, Hals, Achseln, Beinen | * Tägliche Zeckenkontrolle – besonders an Ohren, Hals, Achseln, Beinen | ||
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Aktuelle Version vom 16. August 2026, 16:15 Uhr
Anaplasmose ist eine durch Zecken übertragene Infektionskrankheit beim Hund, verursacht durch das Bakterium *Anaplasma phagocytophilum*. Sie gehört zur Gruppe der sogenannten „Zeckenbiss-Erkrankungen“ und ist auch für den Menschen relevant (Zoonose).
Erreger
- Bakterium aus der Familie der Rickettsien
- Befällt weiße Blutkörperchen (Granulozyten)
- Vermehrt sich intrazellulär – schwer vom Immunsystem zu erkennen
Übertragungsweg
- Übertragung durch Zeckenstich – v. a. durch den Gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus)
- Zecke muss meist mehrere Stunden saugen, bevor Erreger übertragen wird
- Saison: Frühling bis Herbst, aber bei mildem Klima auch ganzjährig
Symptome
Die Erkrankung kann symptomfrei, mild oder schwer verlaufen. Häufige Anzeichen:
- Fieber, Mattigkeit, Appetitlosigkeit
- Lahmheit (meist wechselnd), Gelenkschmerzen
- Muskelzittern, Versteifung
- Milz- oder Lymphknotenschwellung
- Blutungsneigung (z. B. Nasenbluten, Petechien)
- In chronischen Fällen: Gewichtsverlust, Leistungsschwäche
Diagnose
- Blutuntersuchung:
* Niedrige Blutplättchen (Thrombozytopenie) * Nachweis von *Anaplasma phagocytophilum*-DNA per PCR * Antikörpernachweis (serologisch) – bei Verdacht auf chronischen Verlauf
- Differenzialdiagnose: Borreliose, Babesiose, Autoimmunerkrankung
Behandlung
- Antibiotikum der Wahl: Doxycyclin (Behandlungsdauer mind. 2–4 Wochen)
- Unterstützend: Schmerzmittel, Infusionstherapie, ggf. Magenschutz
- Prognose gut bei frühzeitiger Behandlung – unbehandelt kann es zu chronischer Entzündung kommen
Prävention
- Zeckenprophylaxe durch Spot-ons, Tabletten oder Halsbänder
- Tägliche Zeckenkontrolle – besonders an Ohren, Hals, Achseln, Beinen
- Meidung zeckenreicher Zonen (hohes Gras, Waldränder)
- Kein Impfstoff verfügbar – Schutz nur über Zeckenkontrolle
Zoonosegefahr
- *Anaplasma phagocytophilum* kann auch Menschen infizieren (Human granulocytic anaplasmosis)
- Symptome: grippeähnlich, in Einzelfällen schwerer Verlauf
- Übertragung durch Zecken – nicht direkt vom Hund auf den Menschen!
Siehe auch: Zecken beim Hund, Borreliose, Babesiose, Zeckenprophylaxe, Fieber beim Hund
