Anaplasmose: Unterschied zwischen den Versionen
Aus wiki.hundekultur-services.de
K R17 XML-Abgleich / automatisierter Import |
K MediaWiki Release-Abgleich / automatisierter Sync |
||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
'''Anaplasmose''' ist eine durch [[Zecken]] übertragene Infektionskrankheit beim Hund, verursacht durch das Bakterium | '''Anaplasmose''' ist eine durch [[Zecken]] übertragene Infektionskrankheit beim Hund, verursacht durch das Bakterium ''Anaplasma phagocytophilum''. Sie gehört zur Gruppe der sogenannten „Zeckenbiss-Erkrankungen“ und ist auch für den Menschen relevant (Zoonose). | ||
== Erreger == | == Erreger == | ||
| Zeile 23: | Zeile 23: | ||
* Blutuntersuchung: | * Blutuntersuchung: | ||
* Niedrige Blutplättchen (Thrombozytopenie) | * Niedrige Blutplättchen (Thrombozytopenie) | ||
* Nachweis von | * Nachweis von ''Anaplasma phagocytophilum''-DNA per PCR | ||
* Antikörpernachweis (serologisch) – bei Verdacht auf chronischen Verlauf | * Antikörpernachweis (serologisch) – bei Verdacht auf chronischen Verlauf | ||
* Differenzialdiagnose: [[Borreliose]], [[Babesiose]], Autoimmunerkrankung | * Differenzialdiagnose: [[Borreliose]], [[Babesiose]], Autoimmunerkrankung | ||
| Zeile 39: | Zeile 39: | ||
== Zoonosegefahr == | == Zoonosegefahr == | ||
* | * ''Anaplasma phagocytophilum'' kann auch Menschen infizieren (''Human granulocytic anaplasmosis'') | ||
* Symptome: grippeähnlich, in Einzelfällen schwerer Verlauf | * Symptome: grippeähnlich, in Einzelfällen schwerer Verlauf | ||
* Übertragung durch Zecken – nicht direkt vom Hund auf den Menschen! | * Übertragung durch Zecken – nicht direkt vom Hund auf den Menschen! | ||
Aktuelle Version vom 24. August 2026, 20:33 Uhr
Anaplasmose ist eine durch Zecken übertragene Infektionskrankheit beim Hund, verursacht durch das Bakterium Anaplasma phagocytophilum. Sie gehört zur Gruppe der sogenannten „Zeckenbiss-Erkrankungen“ und ist auch für den Menschen relevant (Zoonose).
Erreger
- Bakterium aus der Familie der Rickettsien
- Befällt weiße Blutkörperchen (Granulozyten)
- Vermehrt sich intrazellulär – schwer vom Immunsystem zu erkennen
Übertragungsweg
- Übertragung durch Zeckenstich – v. a. durch den Gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus)
- Zecke muss meist mehrere Stunden saugen, bevor Erreger übertragen wird
- Saison: Frühling bis Herbst, aber bei mildem Klima auch ganzjährig
Symptome
Die Erkrankung kann symptomfrei, mild oder schwer verlaufen. Häufige Anzeichen:
- Fieber, Mattigkeit, Appetitlosigkeit
- Lahmheit (meist wechselnd), Gelenkschmerzen
- Muskelzittern, Versteifung
- Milz- oder Lymphknotenschwellung
- Blutungsneigung (z. B. Nasenbluten, Petechien)
- In chronischen Fällen: Gewichtsverlust, Leistungsschwäche
Diagnose
- Blutuntersuchung:
* Niedrige Blutplättchen (Thrombozytopenie) * Nachweis von Anaplasma phagocytophilum-DNA per PCR * Antikörpernachweis (serologisch) – bei Verdacht auf chronischen Verlauf
- Differenzialdiagnose: Borreliose, Babesiose, Autoimmunerkrankung
Behandlung
- Antibiotikum der Wahl: Doxycyclin (Behandlungsdauer mind. 2–4 Wochen)
- Unterstützend: Schmerzmittel, Infusionstherapie, ggf. Magenschutz
- Prognose gut bei frühzeitiger Behandlung – unbehandelt kann es zu chronischer Entzündung kommen
Prävention
- Zeckenprophylaxe durch Spot-ons, Tabletten oder Halsbänder
- Tägliche Zeckenkontrolle – besonders an Ohren, Hals, Achseln, Beinen
- Meidung zeckenreicher Zonen (hohes Gras, Waldränder)
- Kein Impfstoff verfügbar – Schutz nur über Zeckenkontrolle
Zoonosegefahr
- Anaplasma phagocytophilum kann auch Menschen infizieren (Human granulocytic anaplasmosis)
- Symptome: grippeähnlich, in Einzelfällen schwerer Verlauf
- Übertragung durch Zecken – nicht direkt vom Hund auf den Menschen!
Siehe auch: Zecken beim Hund, Borreliose, Babesiose, Zeckenprophylaxe, Fieber beim Hund
