Stopp- und Bleibtraining
Das Training des Signals "Stopp und Bleib" ermöglicht es, deinen Hund zuverlässig auf Distanz zu kontrollieren - selbst unter starker Ablenkung. Ob herannahende Mountainbiker oder plötzlich aufspringende Hasen: Mit diesem Training kannst du zahlreiche Situationen entschärfen.
Trainingsaufbau
Plan und Struktur
Neben einem zuverlässigen Rückruftraining zählt auch das "Stopp und Bleib" in der Distanz zu den wichtigsten Signalen für einen entspannten Freilauf. Im Training gibt es jedoch viele Stolperfallen:
- Manche Hunde laufen nach dem Stoppsignal auf ihre Menschen zu.
- Andere verlassen die Bleib-Position nach wenigen Sekunden.
Um solche Fehler zu vermeiden, ist ein klarer Plan notwendig. Bevor du mit dem praktischen Training beginnst, benötigst du:
- Eine genaue Vorstellung des zu trainierenden Verhaltens.
- Einen Schritt-für-Schritt-Plan, der dir hilft, das Trainingsziel sicher zu erreichen.
Das Training teilt sich in zwei Hauptverhaltensweisen:
- Stoppen auf Distanz.
- Bleiben in einer bestimmten Position.
Diese beiden Verhaltensweisen sollten zunächst getrennt trainiert werden, bevor sie kombiniert werden. Wichtig ist ein schrittweises Vorgehen, um Frustration zu vermeiden.
Achtung, Aufregung!
Wenn dein Hund in bestimmten Situationen (z. B. bei Radfahrern oder Artgenossen) sehr aufgeregt oder ängstlich reagiert, solltest du das Training nicht in diesen Situationen beginnen. Ein aufgebrachter Hund wird Schwierigkeiten haben, dem Training zu folgen, und könnte diese Emotionen mit dem Verhalten "Stopp und Bleib" verknüpfen. Starte daher immer in einer ruhigen, kontrollierten Umgebung.
Bleib - Trainingsgrundsatz
Das Bleiben in einer Position über längere Zeit erfordert Geduld und Struktur. Hier sind die wichtigsten Grundsätze:
- Beginne mit kurzen Zeitintervallen und steigere die Dauer schrittweise.
- Nutze ein Markersignal (z. B. "Gut!"), um korrektes Verhalten zu bestätigen.
- Belohne immer in der Position, damit der Hund nicht aufsteht, um die Belohnung zu erhalten.
Bleib - Dauer trainieren
Ein häufiger Fehler im Training ist, den Hund immer nach der gleichen Zeitdauer zu belohnen. Dies führt dazu, dass der Hund selbstständig die Position verlässt. Um dies zu vermeiden:
- Verwende eine Stoppuhr, um die Trainingszeit genau zu kontrollieren.
- Variiere die Belohnungszeit in einem zufälligen Schema (z. B. 2 Sekunden, 5 Sekunden, 3 Sekunden).
Beispieltraining:
- Teste vorab, wie lange dein Hund in der Position bleiben kann.
- Erstelle eine Reihe von Zeiten (z. B. 2 Sekunden, 4 Sekunden, 6 Sekunden) und belohne entsprechend.
- Nutze "Fünfer-Durchgänge", um die durchschnittliche Dauer schrittweise zu steigern.
Bleib - Entfernung trainieren
Sobald dein Hund die gewünschte Position zuverlässig über 10 Sekunden halten kann, kannst du die Entfernung trainieren.
- Beginne mit kleinen Distanzen (z. B. 1 Meter).
- Erhöhe die Entfernung in Fünfer-Durchgängen (z. B. 1 Meter, 2 Meter, 5 Meter).
In Alltagssituationen wirst du dich vorwärtslaufend vom Hund entfernen. Übe dies direkt von Anfang an, um sicherzustellen, dass dein Hund auch ohne Blickkontakt in der Position bleibt.
Bleib - Ablenkung trainieren
Das Training der Ablenkung beginnt, wenn dein Hund mindestens 5 Sekunden zuverlässig in der Position bleiben kann.
- Erstelle eine Liste mit Ablenkungen, von gering bis stark (z. B. Husten, bewegte Hand, spielende Hunde).
- Trainiere jede Ablenkung einzeln und steigere schrittweise den Schwierigkeitsgrad.
Beispiele für Ablenkungen:
- Gering: Husten, Arm hochheben.
- Stark: Spielende Hunde, ein vorbeifahrender Radfahrer.
Stopp - Welches Signal?
Überlege dir, welches Signal dein Hund verwenden soll:
Trainiere zunächst in unmittelbarer Nähe, indem du das Stopp-Signal mit einem Positionssignal kombinierst (z. B. "Stopp" und "Sitz"). Wiederhole dies, bis dein Hund sich automatisch setzt, sobald er "Stopp" hört.
Stopp - Wo und wie belohnen?
Die Belohnung sollte sich nach dem Verhalten des Hundes richten:
- Hund nähert sich dem Menschen an: Belohne hinter dem Hund, um das Herankommen zu verhindern.
- Hund stoppt präzise: Belohne genau am Ort des Stopps.
- Hund entfernt sich weiter: Belohne in der Nähe des Menschen.
Nutze Belohnungen, die geworfen werden können, um das Verhalten präzise zu verstärken.
Stopp - Entfernung trainieren
Das Training des Stoppsignals auf Entfernung erfolgt ähnlich wie das Bleib-Training:
- Beginne in unmittelbarer Nähe.
- Erhöhe die Entfernung in Fünfer-Durchgängen rund um eine durchschnittliche Distanz.
- Nutze bei Bedarf Hilfsmittel wie eine Leine oder einen Zaun. Entferne diese jedoch schrittweise, damit der Hund das Verhalten ohne Hilfsmittel zeigt.
Stopp - Ablenkung trainieren
Analog zum Training der Ablenkung beim Bleiben kannst du das Stoppen unter verschiedenen Ablenkungen trainieren.
- Übe in unterschiedlichen Entfernungen und mit steigenden Ablenkungsgraden.
Wie geht es weiter?
Sobald dein Hund das Verhalten "Stopp und Bleib" unter allen Schwierigkeitsfaktoren zuverlässig beherrscht, ist es Zeit, das Gelernte in den Alltag zu integrieren. Trainiere in unterschiedlichen Umgebungen und Situationen, damit dein Hund versteht: "Bleiben, egal was passiert."
