Konflikttraining
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Kurzbeschreibung
Konflikttraining beschreibt ein Vorgehen, bei dem Hunde schrittweise lernen, mit angstauslösenden oder hoch erregenden Reizen reguliert umzugehen. Zentrale Idee ist ein kontrollierbarer Rahmen: Die Bezugsperson stellt Sicherheit und Struktur, der Hund darf die Annäherung in passenden Schritten intrinsisch mitsteuern.
Voraussetzung
Training findet im bewältigbaren Bereich statt. Vor Beginn sollten grundlegende Selbstregulation und ein sicherer Rahmen vorhanden sein.
Vorbereitung: Konflikt- und Emotions-Tabelle
- Liste aller relevanten Auslöser/Trigger der letzten Wochen erstellen.
- Intensität pro Auslöser auf einer Skala 1–10 einordnen.
- Zu jedem Auslöser die dominante Emotion notieren (z. B. Angst/Unsicherheit, Freude/Übererregung, Ärger).
Durchführung: Langsame Annäherung an ein Reizobjekt
- Stark verlangsamt auf das Objekt zugehen (flüssig, „Pfote für Pfote“).
- Prüfen, ob der Hund mental bei der Bezugsperson bleibt.
- Kurz vor dem Objekt einen kleinen Bogen gehen und seitlich in Distanz zum Stehen kommen.
- Soziale Unterstützung ruhig und sparsam (Stimme/ruhige Berührung).
- Erkundung zulassen; der Hund entscheidet, wie weit er sich mit dem Reiz auseinandersetzt.
- Nach der Übung: ruhige Phase ermöglichen, damit Regeneration stattfinden kann.
Hinweise zur Sicherheit
Bei konfliktmotiviertem oder aggressivem Verhalten kann ein stabiles Sicherheitsmanagement erforderlich sein (z. B. Maulkorbtraining). Training sollte so gestaltet werden, dass Dritte nicht gefährdet werden und alle Beteiligten den Rahmen zuverlässig einhalten.
