Ernährung bei Harnsteinen

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Ernährung bei Harnsteinen ist immer von der Art des Urolithen, seiner Lokalisation, möglichen Harnwegsinfektionen und dem individuellen Hund abhängig. Eine Diät, die für eine Steinart sinnvoll ist, kann für eine andere ungeeignet sein. Deshalb gehören Diagnose, Therapie und Verlaufskontrolle in tierärztliche Hand.[1][2]

Entstehung und Steinarten

Harnsteine entstehen, wenn steinbildende Bestandteile im Urin unter geeigneten Bedingungen auskristallisieren und zu Urolithen anwachsen. Dabei können unter anderem Urinkonzentration, Infektionen, Stoffwechsel, Genetik, Medikamente und Ernährung eine Rolle spielen.[2]

Zu den wichtigen Steinarten beim Hund gehören:

  • Struvit: Beim Hund häufig mit Harnwegsinfektionen durch ureasebildende Bakterien verbunden. Geeignete Struviturolithen können häufig medizinisch aufgelöst werden.[1]
  • Calciumoxalat: Kann nicht durch eine Auflösungsdiät beseitigt werden; Behandlung und Rezidivprophylaxe unterscheiden sich deshalb grundlegend von Struvit.[1]
  • Urat: Kann unter anderem mit genetischer Hyperurikosurie – klassisch beim Dalmatiner – oder portosystemischen Gefäßanomalien zusammenhängen.[2]
  • Cystin: Entsteht bei Cystinurie, einer Störung der renalen Aminosäurerückresorption; genetische und bei manchen Hunden androgenabhängige Formen sind beschrieben.[2]

Diagnostik

Die Fütterungsstrategie sollte nicht allein aus dem Urin-pH oder aus sichtbaren Kristallen abgeleitet werden. Zur Abklärung können je nach Fall Urinuntersuchung, Urinkultur, Bildgebung und – wenn Material verfügbar ist – die Analyse der Steinbestandteile gehören. Steinart, Infektionsstatus und Begleiterkrankungen bestimmen die weitere Planung.[1]

Ernährungstherapie

Zentrale Ziele können je nach Urolithtyp sein:

  • die Urinmenge zu erhöhen und den Urin weniger konzentriert zu halten;
  • die Aufnahme bzw. Ausscheidung steinrelevanter Substanzen gezielt zu beeinflussen;
  • einen für die betreffende Steinart geeigneten Urin-pH zu unterstützen;
  • bei geeigneten Struviturolithen eine medizinische Auflösung zu ermöglichen;
  • nach Entfernung oder Auflösung das Wiederholungsrisiko zu senken.

Diese Ziele sind steinartspezifisch. Eine pauschale Ansäuerung oder Alkalisierung des Urins ohne gesicherte Diagnose ist deshalb nicht sinnvoll.[1]

Struvit

Bei vielen Hunden sind Struvitsteine mit einer bakteriellen Harnwegsinfektion verbunden. Die Behandlung kann dann eine geeignete Auflösungsdiät und die gezielte Behandlung der Infektion umfassen. Nach erfolgreicher Behandlung richtet sich die weitere Prophylaxe nach der Ursache des Steins und dem Rezidivrisiko.[1]

Calciumoxalat

Calciumoxalatsteine werden nicht diätetisch aufgelöst. Nach Entfernung stehen die Abklärung möglicher Risikofaktoren, eine geringere Urinkonzentration und eine individuell geeignete Rezidivprophylaxe im Vordergrund.[1]

Urat und Cystin

Bei Urat- und Cystinsteinen können besondere genetische oder metabolische Ursachen vorliegen. Deshalb sollten Diät, weitere Diagnostik und gegebenenfalls medikamentöse Maßnahmen an die zugrunde liegende Form angepasst werden. Eine allgemeine Liste „verbotener Lebensmittel“ ersetzt diese Abklärung nicht.[1]

Flüssigkeitsaufnahme und Management

Eine höhere Wasseraufnahme und ein weniger konzentrierter Urin sind bei mehreren Urolithtypen wichtige Bestandteile der Prävention. Je nach Hund können Nassfutter, zusätzliches Wasser im Futter, geeignete Trinkangebote und regelmäßige Möglichkeiten zum Harnabsatz helfen, die Wasseraufnahme und Urinausscheidung zu unterstützen.[1]

Verlaufskontrolle

Kontrollen richten sich nach Steinart und Therapie. Relevante Parameter können unter anderem klinische Symptome, Urinbefunde, Infektionsstatus und Bildgebung sein. Bei wiederkehrenden Urolithen ist besonders wichtig, ob die ursprüngliche Steinart tatsächlich erneut auftritt oder sich die Zusammensetzung verändert hat.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 1,8 Lulich JP et al. (2016): ACVIM Small Animal Consensus Recommendations on the Treatment and Prevention of Uroliths in Dogs and Cats. Journal of Veterinary Internal Medicine 30(5):1564–1574. DOI: 10.1111/jvim.14559. Volltext
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 Merck Veterinary Manual: Urolithiasis in Dogs. Übersicht