Egalitäre Systeme
Egalitäre Systeme ist im Hundetraining kein etablierter ethologischer Fachbegriff, sondern eine mögliche Beschreibung kooperativer Mensch-Hund-Interaktion. Er sollte nicht dazu verwendet werden, die Existenz von Dominanzbeziehungen bei Hunden pauschal zu bestreiten.
Dominanz fachlich einordnen
Dominanz kann in der Ethologie als Eigenschaft einer Beziehung verstanden werden, in der ein Individuum wiederholt bevorzugten Zugang zu Ressourcen erhält. Forschung an Haushunden beschreibt solche Beziehungen unter bestimmten Bedingungen. Daraus folgt jedoch nicht, dass Menschen Hunde über „Alpha“-Rituale beherrschen müssen.
Training
Kooperative, belohnungsbasierte Verfahren, klare Umweltregeln und Management sind mit Verantwortung des Menschen vereinbar. Gleichwertiger moralischer Respekt bedeutet nicht, dass Hund und Mensch identische Entscheidungsbefugnisse oder Sicherheitsverantwortung besitzen.
Begriffliche Grenze
Kritisiert werden sollte nicht der wissenschaftliche Dominanzbegriff an sich, sondern seine pauschale Übertragung auf jedes Alltagsproblem und daraus abgeleitete Zwangs- oder Unterwerfungsrituale.
Quellen
- van der Borg et al. (2015): Dominance in Domestic Dogs: A Quantitative Analysis of Its Behavioural Measures.
- Kubinyi et al. (2019): Dominance in dogs as rated by owners corresponds to ethologically valid markers.
Siehe auch
- Dominanz
- Beziehung
