10-Leckerli-Spiel

Aus wiki.hundekultur-services.de
Version vom 25. August 2026, 13:39 Uhr von Hundekultur (Diskussion | Beiträge) (MediaWiki Release-Abgleich / automatisierter Sync)

Das 10-Leckerli-Spiel bezeichnet Trainingsroutinen, bei denen eine vorher festgelegte Anzahl Futterstücke – häufig zehn – sichtbar oder hörbar vorbereitet beziehungsweise abgezählt wird. Unter demselben Namen werden unterschiedliche Varianten verwendet. Deshalb müssen Ablauf und Trainingsziel jeweils konkret beschrieben werden.

Zähl- und Wartevariante

  1. Eine kleine Anzahl Leckerlis wird vor dem Hund sichtbar abgezählt; je nach Trainingsstand kann zunächst mit weniger als zehn begonnen werden.
  2. Ein zuvor definiertes ruhiges Warten wird markiert beziehungsweise anschließend belohnt.
  3. Wird die Aufgabe zu schwierig, wird das Kriterium vereinfacht und mit weniger Leckerlis weitergearbeitet.
  4. Je nach Variante werden die Leckerlis einzeln oder nach einer Freigabe ausgegeben.

Diese Variante trainiert zunächst das konkrete Warten in dieser Situation. Ein Transfer auf andere Formen von Selbstkontrolle oder emotional anspruchsvolle Situationen muss separat aufgebaut und beobachtet werden.

Abgrenzung zur Ping-Pong-Variante

In einer ebenfalls als „10-Leckerli-Spiel“ beschriebenen Variante werden nach dem Abzählen Futterstücke abwechselnd nach links und rechts geworfen und die erneute Orientierung zum Menschen genutzt. Dieser Bewegungs- und Orientierungsbaustein wird unter Ping-Pong-Spiel (Hundetraining) separat beschrieben.

Nicht mit „Give me a break“ gleichsetzen

Die Seite Focus Games von That Dog Guy beschreibt ebenfalls eine Übung mit zehn vorbereiteten Leckerlis, dort unter der Bezeichnung „Give me a break“: Mehrere bekannte Verhaltensweisen werden nacheinander abgefragt, danach folgt ein Freigabesignal und eine kurze Pause.[1]

Die gemeinsame Zahl „zehn“ macht diese Routine nicht zum selben Trainingsverfahren wie das 10-Leckerli-Spiel. Außerdem unterscheidet sich diese Anbieterfassung von öffentlich beschriebenen Fassungen von Leslie McDevitts ursprünglichem Give Me a Break; die Abgrenzung wird unter Fokusspiele im Hundetraining erläutert.

Anwendungsmöglichkeiten

  • Warten üben: Warten vor Ausgabe oder Freigabe kann als konkretes Verhalten aufgebaut werden.
  • Vorhersagbare Trainingsstruktur: Wiederkehrendes Zählen kann den Beginn einer kurzen Aufgabe anzeigen.
  • Mehrhundehaltung: Varianten können individuelles Warten und namentliche Freigaben enthalten. Ressourcenkonflikte und Sicherheit müssen berücksichtigt werden.
  • Aufmerksamkeit und Orientierung: Für aktive Umorientierung oder seitliche Futterbewegung ist das Ping-Pong-Spiel (Hundetraining) der passendere Baustein.
  • Rückruf und Begegnungen: Die Routine kann Bestandteil eines Trainingsplans sein. Sie ersetzt weder einen aufgebauten Rückruf noch Distanz-, Sicherheits- oder Managementmaßnahmen.

Grenzen

Das 10-Leckerli-Spiel ist kein standardisiertes wissenschaftliches Behandlungsverfahren. Begriffe wie „Impulskontrolle“ oder „Erregungsregulation“ beschreiben mögliche Trainingsziele, nicht automatisch eintretende Wirkungen.

Quellen und Varianten

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 That Dog Guy: Focus Games. https://thatdogguy.co.uk/focus-games – abgerufen 2026-08-25.