10-Leckerli-Spiel
Das 10-Leckerli-Spiel bezeichnet eine Trainingsroutine, bei der Futterstücke sichtbar und hörbar abgezählt werden. In Trainingsquellen existieren unterschiedliche Varianten. Gemeinsam ist ihnen vor allem die vorhersehbare Zählstruktur; konkrete Wirkungen auf Impulskontrolle, Erregung oder Alltagssituationen sollten nicht pauschal vorausgesetzt werden.
Zähl- und Wartevariante
- Eine kleine Anzahl Leckerlis wird vor dem Hund sichtbar abgezählt; je nach Trainingsstand kann zunächst mit weniger als zehn begonnen werden.
- Ruhiges Warten wird markiert beziehungsweise anschließend belohnt.
- Wird die Aufgabe zu schwierig, wird das Kriterium vereinfacht und mit weniger Leckerlis weitergearbeitet.
- Je nach Variante werden die Leckerlis anschließend einzeln oder nach einer Freigabe ausgegeben.
Diese Variante trainiert zunächst das konkrete Warten in dieser Situation. Ein Transfer auf andere Formen von Selbstkontrolle oder emotional anspruchsvolle Situationen muss separat aufgebaut und beobachtet werden.
Abgrenzung zur Ping-Pong-Variante
In einer ebenfalls als „10-Leckerli-Spiel“ beschriebenen Variante werden nach dem Abzählen Futterstücke abwechselnd nach links und rechts geworfen und die erneute Orientierung zum Menschen genutzt. Dieser Bewegungs- und Orientierungsbaustein ist von der reinen Zähl-/Warteaufgabe unterscheidbar und wird deshalb unter Ping-Pong-Spiel (Hundetraining) separat beschrieben.
Anwendungsmöglichkeiten
- Warten üben: Das Warten vor Ausgabe oder Freigabe kann als konkretes Trainingsverhalten aufgebaut werden.
- Vorhersagbare Trainingsstruktur: Wiederkehrendes Zählen kann einen klaren Beginn einer Aufgabe anzeigen.
- Mehrhundehaltung: Varianten können individuelles Warten und namentliche Freigaben enthalten. Ressourcenkonflikte und Sicherheit müssen berücksichtigt werden.
- Aufmerksamkeit und Orientierung: Für aktive Umorientierung oder seitliche Futterbewegung ist die Ping-Pong-Variante der passendere Trainingsbaustein.
- Rückruf und Begegnungssituationen: Das Spiel kann als vorbereiteter Bestandteil eines Trainingsplans verwendet werden. Es ersetzt weder einen aufgebauten Rückruf noch Distanz-, Sicherheits- oder Managementmaßnahmen in schwierigen Begegnungen.
Grenzen
Das 10-Leckerli-Spiel ist kein standardisiertes wissenschaftliches Behandlungsverfahren. Begriffe wie „Impulskontrolle“ oder „Erregungsregulation“ beschreiben mögliche Trainingsziele, nicht automatisch eintretende Wirkungen.
Quellen und Varianten
- Tina Schwarz: 10-Leckerli-Spiel – Variante mit Abzählen und anschließendem seitlichen Werfen.
- Christine Ströhlein: Das 10-Leckerli-Spiel – Zähl-/Wartevariante mit Anwendungen in der Mehrhundehaltung.
