Akustikspiel

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Akustische Spielkommunikation bei Hunden

Hunde können im Spiel verschiedene Lautäußerungen zeigen, darunter Hechellaute, Bellen und Knurren. Ihre Bedeutung lässt sich nicht zuverlässig allein aus dem Klang ableiten; Körpersprache, Situation und der Verlauf der Interaktion müssen mitberücksichtigt werden.

Spielhecheln

Bei spielerischen Interaktionen wurde ein charakteristisches, forciertes Ausatmen beschrieben, das teils als „play pant“ oder „dog laugh“ bezeichnet wird. Simonet und Kollegen berichteten 2005 in einem Konferenzbeitrag, dass die Wiedergabe solcher Aufnahmen bei Tierheimhunden mit einer Abnahme ausgewählter stressbezogener Verhaltensweisen verbunden war.[1]

Die Evidenzbasis ist jedoch begrenzt: Es handelt sich nicht um einen breit replizierten klinischen Standard, und aus dem Befund folgt weder, dass Spielhecheln generell „Stress reduziert“, noch dass es als direkte Vorstufe des menschlichen Lachens gelten kann.

Spielbellen

Bellen kann auch in Spielkontexten auftreten. Akustische Merkmale von Belllauten variieren mit Kontext und Erregung, dennoch sollte ein einzelner Belltyp nicht ohne die übrige Körpersprache als sichere Spieleinladung oder als Distanzsignal klassifiziert werden.

Pauschale rassespezifische Zuordnungen wie „Beagle = Spieleinladung“ oder „Pudel = Mischform“ werden ohne belastbare Vergleichsdaten nicht als feste Regel verwendet.

Spielknurren

Knurren ist ebenfalls kontextabhängig. Faragó und Kollegen untersuchten 2010 Knurrlaute aus Spiel-, Futterverteidigungs- und Bedrohungskontexten. Spielknurren unterschied sich akustisch von den agonistischen Varianten; in einem Playback-Versuch reagierten Hunde besonders auf Futterverteidigungs-Knurren in einer Ressourcensituation.[2]

Das bedeutet nicht, dass jedes spielerische Knurren eindeutig „freundlich“ klingt. Für die praktische Einordnung sind unter anderem Muskeltonus, Bewegungsfluss, Rollenwechsel, Pausen, Annäherungs- und Distanzsignale sowie die Reaktion des Spielpartners wichtig.

Bedeutung für die Praxis

  • Lautäußerungen immer zusammen mit Körpersprache und Kontext beurteilen.
  • Bei Unsicherheit Interaktionen unterbrechen oder räumlich entzerren, statt einzelne Geräusche isoliert zu etikettieren.
  • Tonaufnahmen von Spielhecheln nicht als allgemein belegte Beruhigungs- oder Therapieintervention einsetzen; die bisherige Evidenz ist dafür zu begrenzt.
  • Individuelle und rassebezogene Unterschiede berücksichtigen, aber nicht aus einzelnen Lautmerkmalen feste Rasseregeln ableiten.

Einzelnachweise

  1. ↑ Simonet PR, Versteeg D, Storie D: Dog-laughter: Recorded playback reduces stress related behavior in shelter dogs, Proceedings of the 7th International Conference on Environmental Enrichment, 2005.
  2. ↑ Faragó T, Pongrácz P, Range F, Virányi Z, Miklósi Á: The bone is mine: affective and referential aspects of dog growls, Animal Behaviour 79(4), 2010, 917–925. doi:10.1016/j.anbehav.2010.01.005.