Kommunikationssysteme
Aus wiki.hundekultur-services.de
Kommunikationssysteme bei Hunden werden in diesem Artikel anhand biologischer Signale und besonders anhand von Spielkommunikation beschrieben. Kommunikation setzt dabei einen Sender, einen Empfänger und ein Signal voraus; beim Spiel beruhen die beschriebenen Abläufe auf wechselseitiger Aufmerksamkeit und schnellen Reaktionen.
Biologische Kommunikationssysteme
- Kommunikation beeinflusst das Verhalten ohne Energieaufwand.
- Beispiel: Ein Signal ist freiwillig, z.B. Aufforderungsspiel; ein erzwungenes Verhalten wie "Umwerfen" ist keine Kommunikation.
- Beobachter spielen eine Rolle: Ein Hund, der ein Spiel beobachtet, zieht Rückschlüsse auf Verhalten und Vertrauen.
Spielaufforderung und Signale
- Spielaufforderung ist freiwillig: Kein Hund kann zum Spiel gezwungen werden.
- Signale zur Aufmerksamkeitserregung:
- Visuell: Körper vor Partner positionieren.
- Akustisch: Bellen bei Ablenkung.
- Taktil: Rempeln, Nasenkontakt, Pfotenschlagen.
Spielverbeugung
- Definition: Vorderkörper wird gesenkt, Hinterkörper bleibt erhoben.
- Funktion:
- Start und Neustart von Spiel.
- Signalisiert: "Das ist Spiel" (Metakommunikation).
- Besonders häufig nach Aktionen, die Missverständnisse verursachen könnten (z.B. Beißschütteln).
- Spielverbeugung synchronisiert Verhalten und verlängert Spieldauer.
Spielgesicht
- Merkmale: Offener Mund, entspannter Gesichtsausdruck.
- Verhindert Missverständnisse und signalisiert freundliche Absichten.
- Besonders häufig in Spielen mit Körperkontakt.
Vielfalt und Anpassung von Spielsignalen
- Spielsignale variieren je nach:
- Spielpartner (bekannt/unbekannt).
- Spielkontext (z.B. Rasse, Erfahrung).
- Universelle Signale: Spielverbeugung, Pföteln, Spielgesicht.
Spielsignale und Evolution
- Spielsignale könnten sich aus Beutefangverhalten entwickelt haben (z.B. Vorderkörpertiefstellung).
- Ritualisierung: Konflikte zwischen Angriff und Rückzug führten zu spielerischen Signalen.
