Nebennierenmark

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Das Nebennierenmark (lat. *Medulla glandulae suprarenalis*) ist der innere Teil der Nebenniere. Es ist maßgeblich an der akuten Stressreaktion beteiligt und produziert die sogenannten Katecholamine – v. a. Adrenalin und Noradrenalin.

Nebennierenmark beim Hund

Funktion

  • Aktiviert durch das sympathische Nervensystem bei plötzlichem Stress oder Gefahr
  • Freisetzung von:
 - Adrenalin (Epinephrin) – steigert Herzfrequenz, Atmung, Muskelkraft
 - Noradrenalin (Norepinephrin) – reguliert Gefäßverengung, Blutdruck
  • Vorbereitung des Körpers auf Kampf oder Flucht ("Fight-or-Flight")

Auswirkung auf Verhalten beim Hund

  • Steigerung von:
 - Aufmerksamkeit
 - Muskeltonus
 - Reflexgeschwindigkeit
 - Flucht- oder Abwehrverhalten

Relevanz in der Verhaltenstherapie

  • Angsthunde, reaktive Hunde oder Hunde mit Impulskontrollproblemen zeigen oft ausgeprägte Katecholaminreaktionen
  • Adrenalin kann Lernen hemmen – vor allem unter starkem Stress
  • Training in Hochstressphasen ist oft kontraproduktiv

Zusammenhang mit der HPA-Achse

  • Das Nebennierenmark ist Teil der schnellen sympatho-adrenomedullären Achse
  • Die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (HPA) steuert den längerfristigen Stress über Cortisol
  • Beide Systeme wirken komplementär: kurzfristig (Adrenalin), langfristig (Cortisol)

Klinische Relevanz

  • Überaktivierung → chronischer StressVerhalten kann sich verändern (z. B. Reizbarkeit, Unsicherheit)
  • Nebennierentumoren (z. B. Phäochromozytom) sind beim Hund selten, aber möglich – Symptome oft neurologisch oder kardiovaskulär

Trainingsrelevante Hinweise

  • Stressarme Trainingsbedingungen fördern Lernerfolg
  • Aktivitäts- und Erregungsniveau im Blick behalten
  • Keine Konfrontationen oder Bestrafungen in akuter Adrenalinphase

Siehe auch