Gegenkonditionierung
Gegenkonditionierung ist ein Verfahren der Verhaltensmodifikation, bei dem ein Reiz, der bereits eine problematische emotionale Reaktion auslöst, systematisch mit einer anderen bedeutsamen Konsequenz oder Reaktion verknüpft wird. Beim Hund wird sie häufig mit Desensibilisierung kombiniert.
Grundprinzip
Beispiel: Ein Hund reagiert mit Furcht auf einen bestimmten Reiz. Der Reiz wird zunächst in einer Intensität präsentiert, die für den Hund noch bewältigbar ist, und mit etwas für den Hund Positivem gekoppelt. Ziel ist neues Lernen über den Reiz, nicht das bloße Unterdrücken sichtbaren Verhaltens.
Praktische Durchführung
- Auslöser und Distanz beziehungsweise Intensität genau bestimmen.
- Unterhalb einer deutlichen Überforderung beginnen.
- Einen tatsächlich wirksamen positiven Reiz oder Verstärker einsetzen.
- Trainingsschritte klein halten und Verhalten fortlaufend beobachten.
- Intensität nur erhöhen, wenn der Hund die aktuelle Stufe bewältigt.
- Bei deutlicher Verschlechterung Anforderungen reduzieren und Management verbessern.
Evidenz und Grenzen
Desensibilisierung und Gegenkonditionierung gehören zu etablierten Verfahren der veterinärmedizinischen Verhaltenstherapie bei Furcht- und Angstproblemen.Referenzfehler: Ungültiger Parameter in <ref>.
Gegenkonditionierung ist deshalb kein garantiertes Verfahren. Erfolg hängt unter anderem von Auslöser, Intensität, Trainingsgestaltung, Gesundheit, Lerngeschichte und Umgebungsbedingungen ab.
Abgrenzung
Desensibilisierung verändert schrittweise die Reizintensität. Gegenkonditionierung verändert die gelernte Bedeutung beziehungsweise die mit dem Reiz verknüpfte Reaktion. Beide Verfahren können kombiniert werden.
