Cortisol
Cortisol ist ein Glukokortikoidhormon der Nebennierenrinde und Teil der HPA-Achse. Es beteiligt sich an Energiestoffwechsel, Kreislaufregulation und der Anpassung an Belastungen.
Stressforschung
Cortisol wird häufig als physiologische Messgröße in Stressstudien verwendet. Ein einzelner Cortisolwert ist jedoch kein eindeutiger Nachweis für einen bestimmten emotionalen Zustand. Konzentrationen werden unter anderem durch Zeitpunkt, Aktivität, Fütterung, Probenahme, Erkrankungen und individuelle Unterschiede beeinflusst.
Akute Belastungen können Cortisol erhöhen. Bei länger andauernden Belastungen sind die Muster komplexer; „chronischer Stress = dauerhaft hohes Cortisol“ ist keine allgemein gültige Regel. Deshalb sollten Hormonwerte zusammen mit Verhalten, Kontext und gegebenenfalls weiteren physiologischen Daten interpretiert werden.
Medizinische Bedeutung
Pathologisch erhöhte Cortisolwirkung kann beim Cushing-Syndrom auftreten. Das ist eine medizinische Erkrankung und nicht mit normaler Stressreaktion gleichzusetzen. Diagnostik und Therapie gehören in tierärztliche Hände.
Bedeutung für Verhalten
Cortisol beeinflusst zahlreiche Körperfunktionen, erlaubt aber keine einfache Kausalerklärung wie „hohes Cortisol verursacht Aggression“. Verhalten entsteht aus mehreren biologischen, gesundheitlichen und situativen Faktoren.
