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| {{DISPLAYTITLE:Führen und Folgen – Hunde natürlich erziehen}}
| | #WEITERLEITUNG [[Führen und Folgen – Hunde natürlich erziehen]] |
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| '''Führen und Folgen''' bezeichnet in der Hundeerziehung ein Beziehungs- und Führungsverständnis, in dem der Mensch Verantwortung übernimmt (Planung, Schutz, Entscheidungen) und der Hund sich daran orientieren kann. Ziel ist ein alltagstaugliches Team: kooperativ, sicher in Begegnungen, belastbar unter Ablenkung und fähig zur Ruhe.
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| == Überblick ==
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| Der Ansatz kombiniert Erziehung (Regeln und Alltagspraxis) und Training (gezielte Übungen), ohne sich auf einzelne Methoden zu reduzieren.
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| Typische Zielzustände:
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| * der Hund hält Orientierung am Menschen auch unter Ablenkung
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| * Begegnungen werden vorausschauend und konfliktarm gestaltet
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| * der Hund kann warten, pausieren und Frust aushalten
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| * Regeln sind vorhersehbar und gelten verlässlich
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| * Beschäftigung unterstützt Regulation statt Dauererregung
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| == Zentrale Begriffe ==
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| ;Sicherheit
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| : Umfasst äußere Sicherheit (Management, Schutz vor Überforderung/Konflikten) und innere Sicherheit (Vorhersagbarkeit, klare Zuständigkeiten, verlässliche Bezugsperson). Sicherheit ist eine Voraussetzung für Lernfähigkeit und Selbstregulation.
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| ;Bindung
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| : Emotionale Ebene der Beziehung (Nähe, Vertrauen, Zugehörigkeit). Bindung beschreibt, wie „verbunden“ sich Hund und Mensch fühlen.
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| ;Beziehung
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| : Soziales Muster im Zusammenleben (Rollen, Zuständigkeiten, wer Entscheidungen trifft). Ein Hund kann stark gebunden sein und dennoch im Alltag „führen“, wenn Zuständigkeiten unklar sind.
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| ;Führung
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| : Verantwortung im Sinne von Orientierung geben, Konflikte lösen, Grenzen setzen und Schutz bieten. Führung ist hier nicht gleichbedeutend mit Härte.
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| ;Verbindlichkeit
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| : Regeln und Aufträge gelten zuverlässig und werden nicht situativ neu verhandelt. Verbindlichkeit entsteht durch konsistentes Handeln, Timing und klare Auflösung.
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| ;Management
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| : Gestaltung von Situationen, damit der Hund Erfolg haben kann (Distanz, Leinenhandling, Orte/Zeiten, Reizdichte, Absicherung). Management ist kein „Scheitern“, sondern Teil verantwortlicher Führung.
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| ;Erregung und Stress
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| : Hohe Erregung senkt Impulskontrolle und Lernfähigkeit. Stress entsteht u. a. durch Überforderung, Konflikte, Unklarheit oder dauerhaft hohe Reizdichte.
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| ;Frustrationstoleranz
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| : Fähigkeit, Begrenzung auszuhalten, warten zu können und nicht sofortige Bedürfnisbefriedigung zu akzeptieren. Sie ist Grundlage für viele Alltagsthemen.
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| == Leitprinzipien ==
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| * '''Klarheit vor Komplexität''': Erst Regeln und Zuständigkeiten, dann Signale und Feinschliff.
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| * '''Konsequenz ohne Theater''': Wirkung entsteht vor allem durch innere Klarheit, ruhiges Handeln und Verlässlichkeit – nicht durch Lautstärke oder Inszenierung.
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| * '''Timing und Prävention''': Frühes, ruhiges Unterbrechen ist meist wirksamer als spätes Reagieren in Eskalation.
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| * '''Kontext statt Einzelsignal''': Verhalten wird im Zusammenhang bewertet (Situation, Auslöser, Motiv, Lerngeschichte).
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| * '''Weniger ist oft mehr''': Reizreduktion, Struktur und Pausen können Lernfähigkeit stärker verbessern als zusätzliche Beschäftigung.
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| == Alltagserziehung ==
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| === Regeln und Freigaben ===
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| Alltagserziehung arbeitet mit vielen kleinen Situationen, in denen der Hund Orientierung und Grenzen lernt:
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| * Türen, Auto, Futter, Spiel: Warten und Freigabe
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| * Begrenzung von Raum (z. B. Decke/Platz) und Ressourcen
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| * höfliche Annäherung an Menschen und Hunde
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| === Aufträge mit Auflösung ===
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| Viele Missverständnisse entstehen, wenn Aufträge keine Dauer haben.
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| * Der Hund lernt: ein Auftrag gilt, bis er aktiv aufgelöst wird.
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| * Auflösung ist ein eigenständiges Signal/Ritual (z. B. „Okay“), das zuverlässig folgt.
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| === Ruhe als Kompetenz ===
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| Ruhe wird als trainierbare Fähigkeit verstanden.
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| * feste Ruheorte und Pausen
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| * kurze, wiederholbare Rituale zum Runterfahren
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| * Alltagsrhythmus mit klaren Aktivitäts- und Ruhephasen
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| == Begegnungen und Leinenalltag ==
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| Begegnungen sind ein Hauptfeld für Führung, Fokus und Management.
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| Bausteine:
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| * '''Distanzmanagement''': Distanz ist ein Trainingswerkzeug; sie verhindert Fehlverhalten, bevor es sich lohnt.
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| * '''Positionierung''': Der Mensch steuert, wer wen passiert und auf welcher Seite; der Hund wird aus „Frontkonflikten“ herausgenommen.
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| * '''Entscheidung statt Zögern''': Unklarheit erhöht Stress und macht Eskalation wahrscheinlicher.
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| * '''Unterbrechen und Umlenken''': Fixieren, Vorpreschen, Aufdrehen werden früh beendet; Alternative wird angeboten (z. B. mitgehen, hinter den Menschen, schnüffeln).
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| * '''Nacharbeit''': Nach Begegnungen wird wieder Ruhe/Orientierung hergestellt, statt sofort die nächste Reizlage zu suchen.
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| === Leinenreaktivität ===
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| Leinenreaktivität entsteht häufig aus einer Mischung aus Frust, Unsicherheit, Lernerfolg (Bellen/Leinenziehen „funktioniert“) und fehlender Führung.
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| * Trainingskern: Frustrationstoleranz, klare Begegnungsregeln, ruhige Konsequenz
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| * Ergänzend: Aufbau von Alternativverhalten (z. B. Blickkontakt, mitgehen, hinter dem Menschen bleiben)
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| == Sozialkontakt planvoll gestalten ==
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| Sozialkontakt ist ein Bedürfnis, aber nicht jedes Setting ist geeignet.
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| Prinzipien:
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| * Qualität vor Quantität: passende Hunde, passende Intensität, passende Dauer
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| * klare Abbruchkriterien: Überdrehen, Fixieren, Bedrängen, Mobbing
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| * kein „Alles-oder-nichts“: Erst unbegrenzt erlauben und später komplett entziehen kann Frust und Konflikte erhöhen
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| * soziale Erfahrungen werden geführt: der Mensch schützt, beendet, strukturiert
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| == Beschäftigung und Selbstbelohnung ==
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| Beschäftigung soll Regulation und Kooperation fördern.
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| === Sinnvolle Beschäftigung ===
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| * Such- und Schnüffelaufgaben (niedrige Erregung, hohe Gehirnarbeit)
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| * kooperative Aufgaben mit klaren Pausen
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| * kurze Lerneinheiten statt Dauerprogramm
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| === Ballfixierung und Erregungsschleifen ===
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| Dauerhaftes, stark belohnendes Spiel (z. B. ständiges Ballwerfen) kann Fixierung und hohe Erregung verstärken.
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| * Alternative: kontrollierte Rituale (Start/Stop), Pausen, Abbruchfähigkeit
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| * Ziel: Spiel als Bestandteil eines strukturierten Tages, nicht als Dauerzustand
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| == Stress, Regulation und Reizreduktion ==
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| Wenn der Hund dauerhaft über dem Stressfenster läuft, sinkt Lernfähigkeit.
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| Ansatzpunkte:
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| * Reizdichte reduzieren (weniger schwierige Orte/Zeiten, weniger „Programm“)
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| * Routine: Schlaf, Pausen, vorhersehbare Abläufe
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| * konditionierte Entspannung (gleichbleibende, ruhige Rituale)
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| Hinweis: Unterstützende Maßnahmen (z. B. ruhige Berührung/Massage oder konditionierte Geruchsanker) können Regulation erleichtern, ersetzen aber keine klare Führung, kein Management und kein Training.
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| == Körpersprache im Kontext ==
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| Körpersprache wird nicht isoliert bewertet, sondern im Zusammenspiel mit Situation und Funktion.
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| Praktische Leitfragen:
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| * Was war der Auslöser (Distanz, Annäherung, Ressource, Enge)?
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| * Welche Strategie zeigt der Hund (Annäherung, Ausweichen, Erstarren, Drohen)?
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| * Wird Verhalten besser, wenn der Mensch Schutz/Distanz herstellt?
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| Fehlinterpretationen (z. B. „der macht nur Spaß“ in riskanten Situationen) erhöhen das Risiko für Konflikte.
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| == Typische Denkfehler und Narrative ==
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| Erziehung scheitert häufig nicht an fehlenden Tools, sondern an falschen Erklärungen, die Handeln verhindern.
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| Beispiele:
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| * „Der will nur Hallo sagen.“ (entlastet, führt aber zu spätem Eingreifen)
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| * „Der kann das nicht, weil seine Vergangenheit …“ (blockiert konsequente Alltagsregeln)
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| * „Wenn ich mich interessant mache, klappt es.“ (ersetzt Struktur durch Entertainment)
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| Nüchterne, handlungsfähige Deutungen verbessern Timing, Schutz und Konsequenz.
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| == Hundetypen und individuelle Passung ==
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| Hunde unterscheiden sich in Kooperationsbereitschaft, Sensibilität und Konfliktstrategie.
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| Grobmodelle:
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| * '''Kooperative, menschenzugewandte Hunde''': reagieren oft stark auf Unfrieden; profitieren von ruhiger Klarheit und fein dosierter Begrenzung.
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| * '''Misstrauische/konkurrierende Hunde''': testen eher Zuständigkeit und Struktur; profitieren von konsequenter Führung, klarer Raumverwaltung und guter Konfliktlösung.
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| Das Modell dient als Orientierung für Schwerpunktsetzung (Schutz vs. Struktur), nicht als starres Etikett.
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| == Menschliche Faktoren ==
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| === Innere Haltung und Fokus ===
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| Führung wird vor allem über Präsenz und Handlungsfähigkeit wirksam.
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| * Fokus bleibt beim Hund und der Situation, nicht bei Kommentaren von außen
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| * Entscheidungen werden früh getroffen (Distanz, Stoppen, Umdrehen)
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| === Komfortzone, Angstzone, Lernzone ===
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| Veränderung erfordert Wiederholung in einem lernbaren Schwierigkeitsgrad.
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| * zu leicht: kein Fortschritt
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| * zu schwer: Überforderung, Eskalation
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| * passend: kleine Schritte, häufige Wiederholungen, Stabilisierung
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| == Langfristigkeit und Disziplin ==
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| Verhaltensänderung ist ein Prozess. Je länger ein Verhalten geübt wurde und je stärker es sich für den Hund gelohnt hat, desto länger dauert der Aufbau stabiler Alternativen.
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| Wichtige Punkte:
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| * Konsequenz über Wochen/Monate ist realistischer als „Schnelllösungen“
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| * nach Erfolgen braucht es Erhalt: alte Muster kehren zurück, wenn Zuständigkeiten wieder unklar werden
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| * Disziplin bedeutet: gleiche Spielregeln, auch wenn es anstrengend ist
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| == Praxisorientierter Aufbauplan ==
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| # '''Sicherheit herstellen''': Management, Schutz, klare Begegnungsregeln.
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| # '''Frustrationstoleranz trainieren''': Warten, Pausen, Begrenzung, Auflösung.
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| # '''Führung in Bewegung''': Leinenalltag, Positionierung, Unterbrechen, Alternativen.
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| # '''Signale ergänzen''': Rückruf, Leinenführigkeit, Abbruch/Stop, Decke/Platz.
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| # '''Generalisation''': Orte, Reize, Distanzen variieren; Stabilität sichern.
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| == Kurzcheckliste für den Alltag ==
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| * Habe ich vor dem Spaziergang einen Plan (Ort/Route/Zeiten/Reizdichte)?
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| * Schütze ich den Hund rechtzeitig (Distanz, Position, klare Entscheidung)?
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| * Kann der Hund warten und Frust aushalten (Freigaben, Pausen, Auflösung)?
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| * Ist Beschäftigung regulierend oder macht sie nur „hoch“?
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| * Bleibe ich handlungsfähig, auch wenn es sozial unbequem ist?
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| [[Kategorie:Hundeerziehung]]
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| [[Kategorie:Hundetraining]]
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