Fehlerfreies Lernen: Unterschied zwischen den Versionen
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'''Fehlerfreies Lernen''' (englisch ''errorless learning'') bezeichnet Lernarrangements, bei denen Bedingungen so gestaltet und schrittweise verändert werden, dass falsche Reaktionen während des Aufbaus möglichst selten auftreten. Der Begriff stammt aus der experimentellen Lernforschung und ist nicht speziell für Hundetraining entwickelt worden. | |||
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H. S. Terrace zeigte 1963 in Diskriminationsversuchen mit Tauben, dass eine Unterscheidungsleistung durch schrittweise Veränderung der Reizbedingungen mit sehr wenigen beziehungsweise ohne die üblichen Fehlreaktionen aufgebaut werden konnte.<ref name="Terrace1963">Terrace HS: ''Discrimination learning with and without errors''. Journal of the Experimental Analysis of [[Behavior]]. 1963;6:1–27. PMID 13980667. doi:10.1901/jeab.1963.6-1.</ref> | |||
Diese Befunde belegen das Lernprinzip in der damaligen Versuchsanordnung. Sie sind kein direkter Nachweis dafür, dass jede als „fehlerfrei“ bezeichnete Hundetrainingsmethode anderen Trainingsformen überlegen ist. | |||
== | == Übertragung auf Hundetraining == | ||
* | Im Hundetraining kann der Grundgedanke bedeuten: | ||
* | * Ausgangskriterien so leicht wählen, dass das Zielverhalten mit hoher Wahrscheinlichkeit gelingt; | ||
* Hilfen oder Reizunterschiede zunächst deutlich machen; | |||
* Anforderungen schrittweise verändern; | |||
* bei wiederholten Fehlern das Kriterium prüfen, statt nur häufiger zu korrigieren. | |||
„Fehlerfrei“ ist dabei ein Idealbegriff. Lernen lässt sich nicht so planen, dass ein Hund niemals eine unerwünschte Variante zeigt. | |||
== Abgrenzung zur Verhaltenstopographie == | |||
Die frühere Seite vermischte fehlerfreies Lernen mit der Frage, ob eine konkrete [[Bewegung als Verhaltenstopographie|Bewegung]] oder nur ein Endergebnis trainiert wird. Das ist ein eigener Analysepunkt und wird unter [[Bewegung als Verhaltenstopographie]] behandelt. | |||
== Praktische Bedeutung == | |||
Der Ansatz kann besonders dann nützlich sein, wenn eine klare Reizdiskrimination oder ein präziser schrittweiser Aufbau erforderlich ist. Ob er für eine konkrete Aufgabe sinnvoll ist, hängt von Zielverhalten, Lernhistorie, Motivation und Trainingsumgebung ab. | |||
== Einzelnachweise == | |||
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[[Kategorie:Lernen & Training]] | |||
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Aktuelle Version vom 17. August 2026, 21:53 Uhr
Fehlerfreies Lernen (englisch errorless learning) bezeichnet Lernarrangements, bei denen Bedingungen so gestaltet und schrittweise verändert werden, dass falsche Reaktionen während des Aufbaus möglichst selten auftreten. Der Begriff stammt aus der experimentellen Lernforschung und ist nicht speziell für Hundetraining entwickelt worden.
Ursprung des Konzepts
H. S. Terrace zeigte 1963 in Diskriminationsversuchen mit Tauben, dass eine Unterscheidungsleistung durch schrittweise Veränderung der Reizbedingungen mit sehr wenigen beziehungsweise ohne die üblichen Fehlreaktionen aufgebaut werden konnte.[1]
Diese Befunde belegen das Lernprinzip in der damaligen Versuchsanordnung. Sie sind kein direkter Nachweis dafür, dass jede als „fehlerfrei“ bezeichnete Hundetrainingsmethode anderen Trainingsformen überlegen ist.
Übertragung auf Hundetraining
Im Hundetraining kann der Grundgedanke bedeuten:
- Ausgangskriterien so leicht wählen, dass das Zielverhalten mit hoher Wahrscheinlichkeit gelingt;
- Hilfen oder Reizunterschiede zunächst deutlich machen;
- Anforderungen schrittweise verändern;
- bei wiederholten Fehlern das Kriterium prüfen, statt nur häufiger zu korrigieren.
„Fehlerfrei“ ist dabei ein Idealbegriff. Lernen lässt sich nicht so planen, dass ein Hund niemals eine unerwünschte Variante zeigt.
Abgrenzung zur Verhaltenstopographie
Die frühere Seite vermischte fehlerfreies Lernen mit der Frage, ob eine konkrete Bewegung oder nur ein Endergebnis trainiert wird. Das ist ein eigener Analysepunkt und wird unter Bewegung als Verhaltenstopographie behandelt.
Praktische Bedeutung
Der Ansatz kann besonders dann nützlich sein, wenn eine klare Reizdiskrimination oder ein präziser schrittweiser Aufbau erforderlich ist. Ob er für eine konkrete Aufgabe sinnvoll ist, hängt von Zielverhalten, Lernhistorie, Motivation und Trainingsumgebung ab.
