Aufmerksamkeit
Aufmerksamkeit bezeichnet die selektive Verarbeitung bestimmter Informationen bei gleichzeitiger geringerer Verarbeitung anderer Reize. Beim Hund ist sie keine einheitliche Fähigkeit, sondern hängt von Aufgabe, Motivation, Reizlage, Lernerfahrung, Gesundheit und aktuellem Aktivierungszustand ab.
Aufmerksamkeit im Training
Ein Hund kann lernen, sich unter bestimmten Bedingungen häufiger an seiner Bezugsperson, einem Signal oder einer Aufgabe zu orientieren. Diese Orientierung sollte nicht mit dauerhafter visueller Fixierung verwechselt werden. Auch Schnüffeln, Umweltbeobachtung und selbstständiges Erkunden können funktional und angemessen sein.
Einflussfaktoren
Aufmerksamkeit kann sich unter anderem verändern durch:
- Neuheit und Intensität von Reizen,
- erwartete Konsequenzen,
- Müdigkeit und Schlaf,
- Furcht oder hohe Erregung,
- Schmerz oder Erkrankung,
- bisherige Trainingsgeschichte.
Eine geringe Ansprechbarkeit in einer bestimmten Situation beweist daher weder „Ungehorsam“ noch eine generelle Aufmerksamkeitsstörung.
Training
Hilfreich sind klare Signale, kurze Lernschritte, passende Verstärker und eine schrittweise Steigerung der Ablenkung. Wenn der Hund regelmäßig scheitert, sollte zuerst geprüft werden, ob das Kriterium oder die Umgebung zu anspruchsvoll ist.
